27 Dezember 2005

Zwischen Eisbein und Schneefrau

Gestern laufen gewesen. Nach dem Pulsuhr-Aha-Effekt, der da lautet: Man kann viel länger laufen, wenn man nur zehn km/h, äh, Herzschläge pro Minute langsamer läuft. So werde ich wirklich zur weißen Massai. Hat richtig Spaß gemacht (O-Ton SMS: "sieben Mal mehr als sonst"), zumal der "Spaßfaktor Schnee" dazu kam. Hatte ich wohl oft genug Michael Bublés "let it snow" durch den iPod gejagt. Bis zum Golfplatz und zurück, das Ganze in 1:05.
Weihnachtsfeiern alle gut überstanden. Heiligabend hat Platz eins unter den Feiertagen errungen. Essen war in perfekter Menge, Gelingen und Güte vorhanden (Lieblings-O-Ton: "Füüüüüüüünf Eier?" "Ja, und zwei Liter Sahne.") Mama wurde verdächtigt, das Gemüse, an dem sie sich beim Schnippeln fast die Finger gebrochen hat, von BoFrost gekauft zu haben. Dabei war von dem nur das Hirschkarree. Das aber hätte eigentlich besser noch mehr von der leckeren Lebkuchen-Kruste haben sollen. Fanden wir zwar nicht, und es lag auch noch genug Gekrümel auf dem Teller, aber bitte - was täten wir denn ohne diese Späße. Accessoire Nummer eins: das so genannte Papierthermometer (siehe Foto), das aus dem Hirsch poppen sollte, wenn er fertig ist. Tat es nicht. Aber eigentlich doch. Jedenfalls war es - allen Anwesenden zur großen Freude - nicht mehr blutig, das Fleisch. Na dann.
Bescherung fand allerseits großen Anklang - von leichten Meckereien abgesehen; die eine Weste zu klein, der andere Blazer zu groß, der Schmuckkästchen zu viel, und einen dritten Pürierstab kann eigentlich auch nur der gebrauchen, der ein Appartement in der Bretagne hat.
Heilight am Heiligabend dann der nachbescherliche Zug um die Häuser, der genau genommen eine Fahrt ins proppevolle Drübbelken war. So voll wie die Kneipe war mindestens auch Jan "die Krabbe" Quickels. "Freundchen", hieß er mich ein ums andere Mal, ließ sich dann aber bitten, auf "Taminafred" (???) umzusteigen. Großer Sport auch die Glotzaugen auf andere Frauen, der Zug am Glas und die Glitzer-Sensibilität. Pimp my Heiligabend, sag ich da. Zweiter großer Freudenfaktor: die Jungs. Geht doch nichts über ein bisschen emotionale Kompetenz.
Um 3 Uhr abzuhauen und erst um halb vier laut quasselnd ins Bett zu fallen war zwar nicht die beste aller Ideen, was das erstfeiertägliche Befinden anbetraf, aber es ist auch schließlich nur einmal im Jahr Weihnachten.
Papa und Doris, dann Quick-Besuch bei Sigrid, Lothar, Jenni, Hausers, Youngs, dann geschwind zu Oma, wo die staufahrende Melina alles wohltuend durcheinander brachte, die Kartoffelvorräte noch einmal aufgefüllt werden mussten und das übliche Procedere ganz schön in Eile geriet. So kriegten wir gerade noch vor Kuchen-Anschnitt unsere übliche Spazierrunde auf die Reihe. Diesmal mit besonderem Ziel - auch wenn wir dabei um einige Straßenzüge am Ziel vorbeischrammten... Na ja, nächstemal.

Keine Kommentare: