05 Dezember 2007

In der Weihnachtsbäckerei...

Heute Morgen noch in meinem E-Mail-Postfach - jetzt auf den Blechen zum Auskühlen. Bitte schön: Makarski rafioli - vom Teigkloß zum Plätzchen.

Foto 1: Ich bin 75o g Mehl, 4 Eier, 2 Eigelb, 2 Löffel Zucker, Salz und 220 g Butter.

"Teig ein bisschen ruhen lassen (zum Beispiel Kaffee trinken)" heißt es im Rezept. Ich bin joggen gewesen - funktionierte auch!






..."dünn ausrollen, Kreise mit einem Glas ausstechen"...











Füllung: "einfach alles mischen". Auch die zwei Löffel Maraskino (Kirschlikör - Original-Import!).


















"Füllung in die Mitte und falten wie Ravioli"













"20 Minuten bei 180 Grad backen"













Und: mmmh!

Sretan Bozic!

Schönster Verschreiber des Tages, ach was, der Woche, des Monats: "Wenn etwas schiff geht, ruf S.O.S.!" (Schreibt die netteste Kroatin der Welt in einer Mail, der kroatische Plätzchenrezepte angehängt sind.)

Tränen der Rührung bei der Lieblingskollegin und mir auch im weiteren Verlauf der Plätzchenrezepttexte.
Zum Beispiel, wenn da steht: "2 Eier, Zucker, Vanilla-Zucker, Salz - alles reintun. Gut behandeln, dass der Teig glatt wird."

Oder: "Wir Kroaten benutzen immer Schnaps. 'Wann', fragst du dich!? Am Ende, wenn die Kuchen fertig sind. Dann einfach in Schnaps eine Seite reintun und dann in Zucker. Das gibt guten Geschmack und Zucker klebt sich besser drauf."

Oder aus der Zutatenliste für "Makarski rafioli":
"Fühlung:
500 g gemahlene Mandeln
500g Zucker
2 Löffel Maraskino
die Zitrone Haut (wie nennt man das?)
2 Löffel Butter
3 Eier
2 Eierweiße
ein bisschen Zimt
ein bisschen Schokolade kann auch rein gehen"
Dann der Hinweis, alle Zutaten zu mischen und den "Teig ein bisschen ruhen lassen (zum Beispiel Kaffee trinken)".

Oder "Bobici" ("Rezept läuft so"): "...Mandeln kurz braten und dannach sie klein machen (nicht mahlen)." Dann stellt man den Teig her und arbeitet wie folgt weiter: "Mit den nassen Händen langen Spieße machen; in kleine Stückchen schneiden und davon kleine Kugeln machen. Die Form mit Butter oder Öl 'eincremen' und die Kugeln drauf legen. Alles muss 3 Stunden im Ofen sich trocknen auf 50 Grad."

Danke, L.! You made my day. So nett. Ich bin zutiefst erfreut.

04 Dezember 2007

Nachtrag

Es hört gar nicht auf. Jetzt rief eben noch jemand von der Versatel an und entschuldigte sich quasi persönlich bei mir: Er habe gestern frei gehabt und wollte jetzt dann aber doch noch mal nachfragen, was mit meinem Telefonanschluss sei. Er sei nämlich der Eskalations-Beauftragte. Alles klar, alles roger.
Schöne Woche noch.
Jetzt ist aber auch gut!

Carepaket

/Flüstermodus on/
Aufgrund zahlreicher Nachfragen hier die frohe Kunde: Ja, ich werde ein Exemplar der zweiten Benedikt-Enzyklika "Spe salvi" kaufen. Warum? Weil "Spe Salvi" (zu Deutsch: "Durch Hoffnung sind wir gerettet") mein Motto des Monats wird.
Ich will nicht so laut schreien (daher: Flüstermodus), aber gestern funktionierte schon mal das Telefon. Und heute wohl auch der DSL-Anschluss.
Überhaupt werde ich gerade mit einem Rundum-Sorglos-Paket der Versatel und der T-Com beglückt: Gestern um 11.38 Uhr (ich sag' nur: "zwischen 8 und 12") ruft ordnungsgemäß der vor meiner Tür stehende T-Com-Techniker an und verschafft sich nach bewährtem Prinzip Zugang zur rückwärtigen Hausfassade, repariert die Leitung, ruft zur Kontrolle mich noch mal an, um Bescheid zu sagen, dass das Telefon funktioniert.
Zwei Stunden später wieder ein Anruf: "Wir (wir!) stehen hier vor Ihrer Tür und wollen Ihren Telefonanschluss reparieren!" (leicht vorwurfsvoller Unterton inklusive). "Guter Mann, ich will nicht kleinlich sein, aber Sie sind a) zu spät ("zwischen 8 und 12"!??) und b) war vor zwei Stunden schon Ihr Kollege vor Ort und hat alles repariert."
Abends auf dem Rückweg von der Arbeit: Die Versatel ruft an. Ob denn alles in Ordnung sei mit dem Telefonanschluss, will der besorgte Mann wissen. Ja, danke der überaus freundlichen Nachfrage, alles roger. Nur das DSL-Lämpchen leuchtet nicht. "Okay. Darf ich Sie morgen deswegen noch mal anrufen?"
Heute Morgen, auf dem Weg zur Arbeit, kurz nach acht: Die Versatel ruft an. Ob mein DSL funktioniere? Nein, leider nein. Ob ich zu Hause sei? Nein, leider nein. Ja, aber er habe sich schon drum gekümmert und da etwas umgestellt. Jetzt müsse es eigentlich funktionieren.
Was heute Abend zu beweisen ist. Ich bin aber - siehe oben - ganz optimistisch. Spe Salvi halt.
/Flüstermodus off/

03 Dezember 2007

Deutsche Weihnachts-Traditionen

Es begibt sich aber jedes Jahr an einem Sonntag vor Weihnachten, dass die Patenkinder meines Patenonkels plus die Pateneltern seiner Kinder plus die dazugehörigen Familien sowie Partnerinnen und Partner und ähnlicher Anhang sich zum so genannten "Patentreffen" versammeln.
Neben einem leckeren Brunch-Buffet gehört zu diesem Termin unverrüttbar das Absingen von Weihnachtsliedern. Neu Hinzukommende fremdeln bei diesem Programmpunkt gern mal ein wenig, Pubertierende fühlen sich eine Weile lang zu cool für derlei Bräuche, können aber auf Dauer nicht anders als mitzumachen, denn hier gilt das Prinzip: Mitgehangen, mitgesungen.

Regel Nummer 1:
Jeder wünscht ein Lied, wobei in der Wünsch-Reihenfolge entweder - wie bisher - nach Alter vorgegangen wurde; von Jung nach Alt Älter. Erlaubt sind - wie das diesjährige Treffen bewies und bewährte - auch Abweichungen, etwa das Wünschen nach Abfolge der Geburtstage im Jahresverlauf (also: die Januar-Geborenen wünschen vor den Februar-Geborenen). Schwierigkeit: Dreifach-Geburtstags-Ballung am 8. Mai. Auch das Hilfs-Kriterium "Ladies first" half hier nicht weiter - es waren drei Männer. Friedlich, wie es sich für Weihnachten gehört, einigte man sich so.

Regel Nummer 2: Die Liedhefte mit großer Schrift werden der Eltern-Generation vorbehalten. Die jungen Leute können sehr gut auch die 8-Punkt-Version lesen. Für alle gilt: Bei Ansage eines Liedes laut und deutlich den Titel und die Seitenzahl nennen. Die Liedhefte sind im Anschluss an das Sing-Happening wieder abzugeben und keinesfalls zu entwenden. Schließlich soll die Runde auch im kommenden Jahr noch funktionieren und der Ausrede "...kann die Texte nicht" von vornherein ein Riegel entgegengehalten werden können.

Regel Nummer 3:
Es werden stets sämtliche Strophen eines Liedes gesungen. Ja, auch dann, wenn einem bei "Es kommt ein Schiff geladen" schwer ums Herz wird und die Stimme in ungekannte Tiefen gedrückt wird. Und: Ja, auch wenn es elf Strophen sind, so wie bei der extended version von "Es ist für uns eine Zeit angekommen", die uns sage und stoppe 5:36'90 Minuten gekostet hat. Aber wer hätte sonst gedacht, dass es eine Strophe gibt, in der es heißt: "|: Es war kein Raum in der Herberg zu finden, es war kein Platz für arme Leut. :| In dem Stall bei Esel und Rind / kam zur Welt, kam zur Welt, / kam zur Welt das heilge Kind." Sehr schöne Liedgutstrophentextkenntnis-Erweiterung!

Regel Nummer 4:
Nach Möglichkeit sind die Weihnachtslieder klanglich zu untermalen. Dazu gehört das Dingeln einer Glocke bei "Jingle Bells", "Kling Glöckchen" o.ä. In Ermangelung von Glocken für jeden kann auch ein Kaffeelöffel vor das Sektglas ge-ping!-t werden oder die Kuchengabel auf den Teller gedongt werden. Besonders gern gesehen/gehört: Der Einsatz einer "Zweiten Stimme" (vgl. "...sti-hi-ll uuuund staaa-ruht däär Seeeee..."). Vor allem von der jüngeren, alberneren Generation praktiziert: Rap-Einschläge, etwa "Morgen kommt der Weihnachtsmann - kommt mit seinen Gaben - yo, man!" Auch gern zur musikalischen Dekoration eingestreut: "Hey"- und "Ho"-Rufe, etwa in "Go, tell it on the mountains".

Regel Nummer 5:
Der nötige, dem festlichen Anlass angemessene Ernst ist beizubehalten. Kindisches Kichern, etwa wegen des aus heutiger Sicht antiquiert oder gar grammatikalisch falsch erscheinenden "Wie soll dem Kind sein Name sein? Kyrieleison!" bei "Maria durch ein' Dornwald ging", ist zu unterlassen. Auch nach der Strophe "Was kriegt das Kind zum Patengeld? (...) Den Himmel und die ganze Welt, / Das kriegt das Kind zum Patengeld!" zu ergänzen "Oder vielleicht wenigstens n Lottoschein?" ist nicht für alle so lustig.

Regel Nummer 6: Neue Mitglieder in der Runde - diesmal: die Geschwister des in diesem Sommer mit der Gastgeberin verheirateten Ehemannes A. - sind dann besonders herzlich willkommen, wenn sie gesangliche Zusatz-Kompetenzen mitbringen. Diesmal wurde neu in den Kanon aufgenommen: "Wer klopfet an?" ("O zwei gar arme Leut! - Was wollt ihr dann? - O gebt uns Herberg heut!") - nur echt mit Männer-Frauen-Wechsel-Gesang und entsprechend insbrünstig-abweisenden Tonfall bei Versen wie "Nein, nein, nein, es kann nicht sein, / Da geht nur fort, ihr kommt nicht 'rein." oder "O öffnet uns das Haus! - Da wird nichts draus."

Regel Nummer 7: Richtig schwer ist gerade gut genug. Also: "In Dulci Jubilo" mindestens in der teils lateinischen, teils deutschen Version, besser noch in der komplett lateinischen: "In dulci iubilo / cantate domino / nostri cordis gaudium / in praesaepio / et fulget ut lux solis / in matris gremio..." Konzentration bitte auch bei der deutschen Version von "Jingle Bells": "...und jetzt geht's über den Bach, / ist das Eis auch nicht zu schwach / Doch das andre Ufer ist erreicht, / heute fühl'n wir uns so leicht. / Jingle Bell, Jingle Bells, heller Glockenklang..." (Und bitte dabei nicht ins Stolpern geraten!)

Regel Nummer 8: Ende der chormusikalischen Runde ist erst, wenn alle Stimmbänder durch sind, jeder einmal gewünscht hat und die Bescherungs-Geschenke schon von allein aus den Klappkisten und Körben hüpfen.

Daumen! Drücken!

Bitte alle Mann die Daumen drücken! Der Mann von der T-Com ist da! Er hat angerufen! Zwischen 8 und 12, wie verabredet! Er hat Kabel dabei! Er ist willens, die Leitung zu reparieren!

*träller* There is a light at the end of the tunnel... *tirilier*

30 November 2007

Öfter mal was Neues

Ich dachte, ich hätte jetzt die Versatel-Handlungs-Varianten alle erlebt.

Ein Anruf am Donnerstag - an diesem Tag war ein Termin zwischen 13 und 17 Uhr (öfter mal was Neues) vereinbart - belehrte mich jetzt eines Besseren. Denn diesmal meldete sich die "Firma xyz (Namen hab ich nicht verstanden), wir sind ein Sub-Unternehmen der T-Com." Aha. Schön, dass Sie anrufen und noch schöner, dass Sie Ihre Nummer nicht unterdrückt haben. Jetzt weiß ich ja, wem ich demnächst persönlich auf die Nerven/Strippe gehe, wenn wieder was nicht klappt. Es tue ihr leid, aber der Termin heute könne nicht eingehalten werden. Interessanterweise war sie sogar recht schuldbewusst-zerknirscht, sie hätten den Termin vor zehn Minuten erst reinbekommen und könnten ihn aber nicht mehr einhalten. Ich winkte nur müde ab und machte mich resignierend bereit, einen neuen Termin entgegenzunehmen. Ja, leider ginge das erst Montag wieder. Sie würden immer nur montags, mittwochs, freitags rauskommen, und für morgen (= Freitag) seien alle Termine belegt. Aha. Warum ich dann einen Termin am Donnerstag hätte, wie sie mir eben bestätigt hatte?! Und heute nachweislich Donnerstag sei?! Das wusste sie leider auch nicht. Ach ja. Ihr seid schon süß.

Nächster Termin also: Montag.


Aber: Denkste. Heute, Freitag, wache ich zufällig - und glücklicherweise, wie sich schnell herausstellte - eine Viertelstunde vor dem Wecker auf. Und schalte mein Handy ein. Woraufhin es sofort zu bimmeln beginnt. Und die Versatel dran ist. !!?? Ob die T-Com sich bei mir gemeldet habe? Ob ich auch einen Termin für Samstag (statt Montag) haben wollen würde? Ja klar!! Every second counts, Männer! Sie melden sich dann noch mal. O-Ton: "Das geht ja nicht, dass man Sie immer sitzen lässt!" Nein, das geht tatsächlich nicht. Aber hey - ich will ja nichts sagen, aber genau das sage ich seit Wochen!!
Eine halbe Stunde später rufen die schon wieder an. Sie wollten jetzt die Eskalation meines Falles mal dokumentieren. Das sei ja schließlich ein Unding, dass ich jetzt schon so lange warte. Allerdings ist das ein Unding! Aber was sage ich euch seit Wochen?
Nein, ich sag ja schon nichts mehr. Harren wir. Und warten wir. Auf Montag und den Nimmerleinstag.

28 November 2007

Eskalationsstufe

Im unendlichen Versatel-Chaos habe ich eine neue Stufe erklommen. Und das kam so.
Ausgelöst durch das hier rief ich gestern zum gefühlt 8697. Mal die Versatel-Hotline an. Fragte nach, was man denn nun als nächstes zu tun gedenke. Ja, ich gebe zu, dass ich auf die Antwort: "Das kann ich Ihnen nicht sagen" ein wenig ungehalten reagierte. (Wo gibt's denn so was, 'das kann ich Ihnen nicht sagen'! Wozu sind Sie denn sonst da, in Ihrem ostdeutschen Callcenter, hä?) Jedenfalls fühlte sich der Mitarbeiter am anderen Ende der Leitung bemüßigt, mich um einen anderen Tonfall zu bitten. Ich wies ihn dann darauf hin, dass die Zeiten freundlicher Tonfälle vorbei seien und umriss kurz die nun schon dreieinhalb Wochen andauernde Misere.

Ich mag das in einem etwas erhöht dezibelierten Stimmvolumen getan haben.

Er legte jedenfalls dann einfach auf.

Hat man so was schon gehört? Nein. Und man hat so was auch noch nicht mit Frau Tami-U. gemacht. Frau Tami-U. lässt sich so schon mal nicht abspeisen.
Kurz überlegt, ob die Sahara genug Sand für so viele Säcke, wie für den Abbau der entstandenen Aggressionen nötig wären, hat. Dann direkt noch mal angerufen. Und mit dem neuen Callcenter-Mitarbeiter bestens verstanden. Lieb und friedlich gewesen. Gelacht, gescherzt (Galgenhumor?). Eine Auskunft bekommen: "Ich setze jetzt Ihren Fall mal auf eine neue Eskalationsstufe. (Pause) Aber nehmen Sie das jetzt nicht persönlich. Die Eskalationsstufe betrifft ihren Fall, nicht Ihre Person."

Ich weiß allerdings gar nicht so genau, ob ich nicht tatsächlich auch selbst ein bisschen eskaliert bin.

27 November 2007

Bundesnetzagentur, bitte kommen!

Freundliche Menschen schicken mir Links zu Texten, die mir sagen: "Ich bin nicht allein (mit dem blöden Telefonleitungs-Versatel-Chaos)."

Aus aktuellem Anlass* hier einige Auszüge (der komplette Artikel steht hier) aus dem Artikel, in dem es um Kunden der Telekom-Konkurrenz geht (alle Zitate von ftd.de):
"Verzögerungen" gibt es, so der Text, zu Hauf. Arcor drohe mittlerweile mit rechtlichen Schritten, denkt an Schadensersatz. Dumm nur: Die Telefon-Anbieter sind - wie auch ich schon erfahren musste (siehe auch noch: hier, hier, hier und hier) Stichwort "letzte Meile" - auf auf die Telekom angewiesen. "Hinter vorgehaltener Hand wird der Ton indes rauer: 'Wir vermuten Systematik dahinter, um Wettbewerber auszubremsen'", wird ein Telekommunikations-Anbieter zitiert. Die Telekom selbst weist solche Vorwürfe, sie bremse die Wettbewerber aus, natürlich zurück.
Abhilfe soll die Bundesnetzagentur verschaffen. "Seit Jahren arbeitet diese schon an einem neuen Rahmenvertrag, der die Bereitstellung der Anschlüsse regulieren soll." Vorerst werden die Auseinandersetzungen aber wohl weitergehen. Hochinteressant: Die Konkurrenten "werfen der Telekom vor, Techniker vorbeizuschicken, wo dies gar nicht nötig sei. (...) '60 Prozent der vereinbarten Termine werden nicht eingehalten'", ist die Erfahrung eines Anbieters.
"Und schließlich beschweren sich zunehmend Kunden über Techniker, die einfach Bescheide ausstellen, niemanden angetroffen zu haben - ohne überhaupt geklingelt zu haben."

Ach ja.
Und jetzt noch zum

* aktuellen Anlass: Ich beschwere mich heute darüber, dass die Telekom einen Techniker
vorbeigeschickt hat, wo dies gar nicht nötig war. Der gute Mann kam nämlich vorbei und wollte jetzt mal rausfinden, was denn an meiner Telefonleitung kaputt sei. Hätte er mal seinen Kollegen gefragt, der vor genau einer Woche ebendiese Frage geklärt hatte. Oder hätte er mal den Kollegen gefragt, der vor sechs Wochen schon "Leitung marode, muss neu gemacht werden" diagnostiziert hatte. Oder hätten sie mal mich gefragt - dann hätte ich schon gesagt: "Leute, packt n paar Kabel ein!"
All dies ließ nicht nur wieder die Zornesröte in mein Gesicht steigen, das Blut wallen und den Kamm schwellen, nein, es ließ mich auch gegenüber dem Versatel-Callcenter-Mann von einer "verfickten Leitung" sprechen. Okay, ich habe meine Wortwahl ein wenig entschuldigend zurückgenommen. Aber gemeint habe ich es so. Und die Tatsache, dass mir nichts mehr zu dem Thema einfällt (außer ausfallenden Bemerkungen), zeigt mir einmal mehr die Dramatik und Horribilität der Lage.

26 November 2007

Eine Runde Mitleid

Die Samstags-Zeitung berichtet über die überteuerten Preise für Cola, Bier, Croissants, Whopper-Menüs und Kaffee am Flughafen in Antalya/Türkei. Die Vokabeln "Abzocke", "böse Überraschung" und "Schlag ins Gesicht" werden in den Raum geworfen und auf Papier gebannt; "abenteuerlich hoch" seien die Beträge, die den armen, ausgebrannten Urlaubern aus ihrem Portemonnaie geleiert würden. Und dann die denkwürdige Begründung: Viele Gäste hätten nach ihrem All-inclusive-Urlaub oftmals kein Gefühl für die türkische Währung. Da tappe man zwangsläufig in die Kostenfalle.

Oooooooh!

Mein Mitleid hält sich schwer in Grenzen.

24 November 2007

Listra und Vorweihnachtsgedankengut

Heute keine Telefongeschichte. Nur so viel: Ein guter Gradmesser für "viel um die Ohren haben" ist, wenn man erst Freitagabend feststellt, dass man die Lindenstraßenfolge vom Sonntag noch nicht gesehen hat, die seit Tagen auf dem DVD-Rekorder schlummert. Und man hat's nicht gemerkt.

Außerdem: Dortmund ist ab sofort wieder voll von Kegelclubs aus Kamen, Unna, Sundern und Schwerte, die sich so peinlich wie möglich benehmen. Und von Glühweingewaber, das unheilbringend über der Stadt liegt. Und von albernen Nikolausmützenträgern. Und von Menschen, die mit wutroten Gesichtern in ihren Autos sitzen, um die spärlichen Parkhäuser kreisen und vor Parkboxen zum Sprung bereit lauern (gut, wenn man drei Fuß-Minuten entfernt vom Westenhellweg wohnt, hähä!). Und vor dem Kaufhof steht eine Neuauflage von den Jackson Five. Willkommen unter der größten Tanne der Welt. Die Vorweihnachtszeit hat die Stadt fest im Griff.

22 November 2007

Und dann war da noch...

... mein SMS-Freund M., der kürzlich simste: "Wusstest du schon, dass dein SMS-Freund der dümmste Rettungsassistent auf der ganzen Welt ist? Hab heute den RTW (=Rettungswagen, d.Verf.) so festgefahren, dass er nur mit nem Bagger geborgen werden konnte."
Auf meine Frage: "Wie konnte das passieren?", kam folgende Antwort: "Ach, im Radio lief 'Junge' von den Ärzten. Hab mit meinem Kollegen mitgegröhlt, und da saß das Auto plötzlich fest."

Ich glaub, das haben die Ärzte so nicht gewollt. Grins.

Alle Jahre wieder...

...sitzen zwei studierte junge Frauen in der Weihnachtsbastelstube und verschreiben sich Schere, Klebe, Tonpapier, Wellpappe, Glitzersternen, Schablonen, Bleistift, Zentimetermaß, Goldkordel, Zackenschneider und Bastelbuch: Weihnachtskartenbasteln mit Lieblingskollegin K.! Diese Abende werden eingeleitet und begleitet durch ein kompliziertes System von Traditionen, die unbedingt eingehalten werden müssen.



1. Es muss vorher Spaghetti mit Tomatensoße geben. Diesmal wegen akuter Öko-Tendenzen mit Biotomaten-Zwiebel-Basilikum-Parmesan-Soße und nicht etwa Barilla-Pampe ausm Glas.

2. Es muss ausreichend Schokobons geben (O-Ton K.: "Wer kauft denn noch 125-Gramm-Beutel?"), weil nur die - das lehrt schon die Werbung - keine Flecken auf den mühevoll produzierten Bastel-Werken hinterlassen, sondern sich zwischendurch problemlos in den Mund schieben lassen.

3. Über die Bastelaktivitäten wird Stillschweigen bewahrt. Okay, im Blog kann darüber berichtet werden, liest ja nur das halbe Internet. Denn: Weihnachtskartenbasteln ist irgendwie ja doch unsexy... ähem.



4. Der Bastel-Spaß beginnt stets mit dem Anfertigen der Schablonen. Und: Ja, auch für die langweilig-einfachen Motive (siehe grüne Tannenbaum-Karten; solche Dreiecke kann man zwar eigentlich auch vorlagenlos ausschneiden, aber) müssen Schablonen her, Frau K.! Nicht hier einfach vor den niederen Arbeiten drücken!



5. Rumblödeleien und nicht jugendfreie Vergleiche ("Der Tannenzweig sieht aus wie ein Hängehoden, wenn man ihn umdreht.") sind unbedingt erlaubt.

6. Auch Regressions-Verhalten ist ausdrücklich erwünscht: "Ich stelle fest, ich mag am liebsten die ganz bunten Karten. Je kindlicher, desto besser!" (vgl. Nikolaus-Stiefel-Karte).




7. Zwischendurch sind Evaluations-Runden abzuhalten, damit ein jeder von den Erfahrungen des anderen profitieren kann. Dass man die Mini-Draht-Stücke, die als Tannenbaum-Stämme (siehe Fotos) dienen, zum Beispiel am besten mit einem winzigen und extra dafür zurecht geschnittenen Stück Tesa befestigt.

8. Wichtigen Erzählungen der Freundin - etwa von Dingen, die man am Rande eines Basketballspiels tun kann - sind aufmerksam zuzuhören. Und nicht etwa durch profane Fragen zu unterbrechen (etwa: "Wie waren jetzt noch mal die Maße für die Wellpappe-Karte?"), die dann möglicherweise provozieren, dass man seinen Melissenteeschluck vor lauter Lachen wieder in die Tasse zurückspuckt und anschließend nicht weiß, worüber man jetzt eigentlich am meisten lacht - über die Lustigkeit der Frage, die man just vor zwei Minuten schon einmal beantwortet hat. Über die Frechheit, derart wichtige Erzählungen vom Rande des Basketballspiels einfach so zu unterbrechen. Über die etwas eklige Teespuckerei. Oder darüber, wie man jetzt wohl aussehen mag, mit rotem Kopf und kaum noch Luft in der Lunge vor lauter Lachen. Es ist nämlich dann sehr schwierig, sich überhaupt wieder einzukriegen, zu entspannen, den restlichen Tee runterzuschlucken und den Bauchkrampf loszuwerden.

Alle Jahre wieder der vielleicht größte Spaß der Vorweihnachtszeit, dieses Karten-Basteln...

20 November 2007

Glücksmarie?

Es ist 15.08 Uhr. Wohlgemerkt: 15.08 Uhr. Nein, nicht "zwischen 8 und 12 Uhr"! 15.08 Uhr. Ich rutsche schon eine Weile unruhig auf dem Bürostuhl hin und her, weil ein dringendes menschliches Bedürfnis, ausgelöst durch mehrere Groß-Tassen Früchtetee, Auslass begehrt.
Also ab aufs WC - und was empfängt mich, als ich hektisch ins Büro zurückeile? War klar, dass das Telefon ausgerechnet in dem Augenblick klingelt, wenn ich einmal weg bin. Und wer ist dran? Die TELEKOM!!! (Korrekt: Die T-Com) Warum um 15.08 Uhr und nicht um 8 bis 12 Uhr? "Hab den Auftrag gerade erst bekommen... wohl was schief gegangen bei uns in der Dispo."
Egal, Schwamm drüber. Dem Mann die Geheimkonstruktion mit Wohnungsschlüssel-unter-dem-Blumentopf* erklärt. "Da haben wir aber ein Problem." (Allerdings haben wir ein Problem, vielmehr ich. Und zwar schon seit Wochen. Ich habe nämlich kein Telefon und kein Internet. Aber das nur am Rande.) "Warum?" "Weil ich rechtlichen Gründen nicht in Ihre Wohnung darf, wenn Sie nicht da sind. Hinterher ist was weg und dann..."

Ein paar herzzerreißende Geschichten von vollgeheulten Kopfkissen später war der Mann so weit, weichgeklopft und bereit, doch in die Wohnung einzudringen. Bzw. in den Keller, den nur dort musste er durch, um die marode Leitung zu begutachten und zu bestätigen, was der Techniker von letztens und ich ohnehin schon längst wussten - und was nur der Vermieter, der dann womöglich die Leitungserneuerung in Auftrag geben und bezahlen muss, nicht ohne Weiteres glauben und hinnehmen wollte.

Noch einige Minuten später der Rückruf mit dem Urteil: "Leitung ist marode." (ach?), was er mir freundlicherweise auch noch Schwarz auf Weiß aufschrieb. Noch einige Minuten später drückte ich bei einer E-Mail an meinen Vermieter ("Bald ruft Sie die T-Com an und macht Reparatur-Bedarfs-Meldung!") auf "Senden"...

Und wenn er nicht gestorben ist, dann kommt er jetzt endlich in die Puschen und investiert in ein paar Meter Lebensqualitäts-Kabel.
Verfolgen Sie demnächst weiter in diesem Theater, ob der T-Com-Techniker Recht hatte mit seiner Bemerkung: "Ich kenn doch meinen Verein. Wenn die sich in den nächsten Tagen nicht melden, rufen Sie lieber von sich aus noch mal an."

* Er lag natürlich nicht unter dem Blumentopf, aber dies hier ist ja auch kein Diebe-in-die-Wohnung-Einlade-Blog, gell?!

19 November 2007

Pechmarie

Sehen Sie diese Schuhsohle? Okay, sie ist ein wenig abgetreten und staubig, aber klebt irgendwo Pech dran? Nee! Müsste aber. Jede Menge.
Teil 6785476 der unendlichen Versatel-Telekom-Techniker-Geschichte beteht nämlich aus folgender Episode. An diesem Samstag im kleinen, feinen, beliebten und allseits bekannten Zeitfenster "zwischen 8 und 12" hielt ich mich strikt in den eigenen vier Wänden auf. Stellte beim Duschen zwischendurch das rauschende Wasser ab, dass ich nur ja den klingelnden Techniker hörte. Ließ die Tür zum Badezimmer offen (Zugluftalarm! Aber ganz egal... Was tut man nicht alles.) Föhnte mir die Haare direkt unter dem Schellen-Lautsprecher (worunter die Frisur mangels Spiegel sehr litt - aber wer eine schöne Telefonleitung haben will, muss bekanntlich leiden).
Gegen 12.15 Uhr verließ ich niedergeschlagen das Haus. Klappte den Briefkasten auf, blickte hinein, fischte eine Karte raus - und dann: eine Mischung aus "den Augen nicht trauen", "alles aus dem Gesicht fallen" und "den Tränen freien Lauf lassen": "Sehr geehrter Versatel-Kunde. Wir haben Sie heute, am 17. November, um 12 Uhr nicht angetroffen. Bitte rufen Sie Ihren Telefon-Dienstleister an und vereinbaren Sie einen neuen Termin. Ihr Telekom-Techniker [samt Unterschrift desselben].

Spuckbeutel, Kotztüten, Kloschüsseln! Bringt mehr Spuckbeutel, Kotztüten, Kloschüsseln!


Anmerkung: Die Klingel funktioniert! Und wie!

16 November 2007

Du bist nicht allein

Man fühlt sich ja gleich viel besser, wenn das Boot voller Leute ist, die Ähnliches durchmachen. Folgender Beitrag zur kleinen Reihe "Versatel, Arcor, Telekom und andere Lebenslügen" erreichte mich heute per Mail:

"Ich sitze hier in A.+A.s neuer Wohnung. Schon am Mittwoch mussten wir anreisen, damit zu dem von ARCOR (die also auch..?!) anberaumten Telekom-Technikertermin am Donnerstag nur ja jemand in der Wohung ist, wenn der Gute klingelt. Es waren immer zwei bis vier Personen in der Wohnung (okay, das kann ich nicht leisten - das Single-Leben lässt grüßen - es sei denn, die nahende Depression wächst sich zum Krankheitsbild Multiple Persönlichkeit aus.) und die Haustürschelle wurde stündlich auf Funktion geprüft (Kenn' ich. Ich hab gestern vor lauter Panik noch vorsichtshalber Batterien ausgetauscht.) - sie war okay und laut (auch das kenn' ich. Meine klingelt zurzeit so laut, dass ich aus dem Bett und/oder vom Klo falle, wenn sie schellt!) und deutlich auch auf dem Klo zu hören.
Langer Rede kurzer Sinn: die Telekom kam nicht. Heute früh Anruf von A. bei Arcor, was los sei. Keine Anhnung dort (ja, ja...), sie solle doch mal den Status des gestern in der alten Wohnung von Arcor getrennten Modems ablesen. Lauter Ruf zu A.: 'Schatz, jetzt musst du telefonieren, die fragen Sachen, die ich nicht weiß.' (Sie fragen zwar Sachen, die man nicht weiß. Tröstlich aber: sie wissen selbst noch weniger!)
Wir haben dann zu zweit das bereits gesteckte Telefon abgenommen und den Splitter/Modem-Kasten mit Arcor-Label angestöpselt, dahinter wie früher das Telefon und den hausinternen Hotspot. Resultat: Stromkontrolllampe an, Leitungsanzeigen dunkel, und am Handy von A. lief die Zeit (oh ja! Das summiert sich! Das muss man denen alles in Rechnung stellen!), um Arcor die Daten mitzuteilen. Lieber Kunde, dann kann man nur einen neuen Termin machen, aber vor dem 26.11. (wer's glaubt, wird selig) wird das nichts. Sind ja noch nicht mal zwei Wochen und der Flug zum Mond und zurück dauert auch etwa so lange."

(kursive Einsprengsel von mir, d.Verf./Bloginhaberin)

Ja, lieber Patenonkel, wir sprechen am 26.11. noch mal... Du wirst vermutlich dann deine Vermutung in die Tat umsetzen können/müssen: meinen Blogeintrag kopieren. Und: Ja, wir sind uns einig - das ist verbrecherisches Vorgehen! "Einmal wäre Versehen, zweimal könnte auch schon was anderes sein - in Sizilien wird bei ersten Mal gedroht, beim zweiten Mal gesprügelt, beim dritten Mal der kleine Finger abgeschnitten und beim vierten Mal wird es richtig böse." - Dem ist nichts hinzuzufügen.

Leidensgenossen

Per Mail Erfahrungen anderer Menschen zum Thema Telefongesellschafts-Ärger geschildert bekommen. Abläufe ähneln sich frappierend.
Mehr vom Fall A.+A. aus R. bald hier an dieser Stelle.

Hohn und Spott

Von den Kollegen verlacht werden, wenn man sagt: "Morgen Vormittag kann ich nicht. Da kommt der Versatel-Mann."

Ohne Worte

Er ist nicht gekommen.

15 November 2007

Versa-Deppen reloaded

Ich hätte am vergangenen Wochenende doch aufmerksamer zuhören sollen, als ich über das Symposium "Depression bei Kindern und Jugendlichen" berichten musste.
Man ist nämlich schnell am Rand der Depression, wenn man sich morgens für 8 Uhr den Wecker stellt, weil zwischen 8 und 12 ja der Telekom-Mann kommen und die Leitung repariert soll (siehe auch hier, hier und hier). Dann wacht man um 8 Uhr also auf und freut sich dann ungemein, wenn um halb neun das Telefon klingelt. Und "Unbekannter Teilnehmer" im Display steht. Und man weiß, dass in letzter Zeit immer nur die Versatel als "Unbekannter Teilnehmer" angerufen hat. Was schon ein Euphemismus an sich ist: "unbekannt" sind die mir ganz und gar nicht. Die sind mir zu meinem unermesslich großen Bedauern mittlerweile bekannter als mir jemals träumte lieb zu werden. Und wenn sich dann auch noch einer meldet mit dem Satz: "Guten Morgen. Ich sehe hier in meinen Unterlagen, dass heute ein Telekom-Techniker zu Ihnen kommen sollte."
Unheil schwant mir. Großes Unheil. So viele Schwäne sind auf dem ganzen Aa-See nicht, wie mir in diesem Augenblick gewahr wird.
"Ja-ha?!" "Ja, äh. Ich weiß auch nicht, ich wundere mich, ähem. Ich..."

Looooooos! Raus mit der Sprache! Du Feigling! Sag schon: Ihr kommt wieder nicht! Ihr repariert wieder nicht meine Leitung! Ihr wollt mich weit über den Rand der Tobsucht treiben, das wollt ihr doch! Ihr wollt mich klein kriegen! Ihr wollt, dass ich aufgebe!
Aber!!
Da habt ihr falsch gerechnet! Da kennt ihr mich schlecht oder gar nicht! Da seid ihr schief gewickelt, zu heiß gebadet und auf den Satz mit x reingefallen! Das wird nämlich NIX! Ich bleibe, ich harre, ich warte, ich lasse mich nicht abwimmeln!
So!!

"Ich habe hier - ich weiß auch nicht, wie das passieren konnte - hier in meinen Unterlagen steht, dass heute wohl jemand zu Ihnen kommen sollte, aber jetzt hat die Telekom eine Nachricht geschickt, dass wir einen neuen Termin vereinbaren sollen. Die hatten - aus welchem Grund auch immer - nämlich schon gestern den Termin bei Ihnen drinstehen."

An dieser Stelle verwandelt sich Tami-U in ein lammfrommes Schäflein, sagt ein paar milde, verständnisvolle Worte zu dem Mann, garniert ihre Sätze mit ein paar sarkastischen Zwischenbemerkungen ("...ja, das ist zwar schon der fünfte Termin, den die Telekom nicht einhält, aber..." "Fünf? Äh, ich zähl mal, eins, zwei... Zwei!" "Nein, Schätzelein, Sie vergessen die drei Mal, die beim letzten Mal niemand kam und ich vergeblich gewartet habe." "Oh. Äh. Tut mir leid. Sie haben sich jetzt sicher extra Urlaub genommen?!" "Ja. Dieses Mal und letztes Mal und vorletztes und vorvor... Und ich bin beruflich auf Telefon- und Internet-Leitung angewiesen, aber macht nichts. Ich weiß mir ja zu helfen. Und übrigens, der Hotspot in meinem Lieblingscafe funktioniert super. Ebenfalls das WLAN meines Bruders. Insofern - KEIN Problem! Hey, machen Sie sich keine Gedanken, passt scho'!") - und lässt sich für morgen wieder einen Termin geben. Was sonst.


Und überhaupt: Kann ich nicht eigentlich überaus froh sein, dass ich wenigstens keine Mäuse habe - siehe Ausriss aus der WAZ vom 15. November 2007? Ehrlich - es könnte doch alles viel schlimmer kommen.

(Aber nicht sehr viel schlimmer.)

12 November 2007

In die Luft

Wer sich heute morgen am Dortmunder Hauptbahnhof über das HB-Männchen gewundert hat, das da wild schimpfend, gestikulierend und Wutblitze aus den Augen schleudernd in sein Telefon gebrüllt hat - das war ich. Und das kam so:

"Guten Tag. Ich rufe an, um einen neuen Termin mit dem Telekom-Techniker zu vereinbaren, der am Samstag bei mir vorbeikommen sollte, um die Telefonleitung zu reparieren, und der nicht erschienen ist."
"Moment, ich schaue mal nach... Nein, da sehe ich noch keine Eintragung. Und der Termin wurde Ihnen so mitgeteilt, dass am Samstag jemand kommt?" Bis dahin war ich im Ruhig-und-freundlich-Modus. Ab sofort: HB-Männchen-Modus.

Ich hätte sagen wollen: "Nein, das habe ich mir jetzt nur ausgedacht, um Sie am Montagmorgen mal zu ärgern. Lustig, was?"

Ich habe gesagt: "Allerdings wurde mir das mitgeteilt! Von der Versatel-Mitarbeiterin, die am Freitag bei mir zu Hause war." "Und die hat mit Ihnen einen Termin für Samstag vereinbart?"

(Ich hätte sagen wollen: "Nein, ich teste jetzt gerade nur mal Ihre Aufmerksamkeit. In Wirklichkeit hat sie für Sonntag um 20.15 Uhr einen Termin mit mir vereinbart.")

Ich habe gesagt: "Ja! Ich war selbst dabei, wie sie jemanden in Ihrem Hause angerufen und diesen Termin für Samstag vereinbart hat!" "Ja. Ähm. Ich finde hier aber keine Eintragung."

(Ich hätte sagen wollen: "Schmieren Sie sich Ihre dämliche Eintragung unter die Füße oder in weit weniger appetitliche Regionen, aber tun Sie was!!")


Ich habe gesagt: "So. Und was ist dann jetzt also der nächste Schritt für mich?" "Ja, der Telekom-Techniker muss sich dann immer bis 15.30 Uhr an dem Tag melden..." (Ab hier vermischten sich gute Kinderstube, natürlicher Zusammenreiß-Mechanismus wegen der vielen Menschen auf dem Dortmunder Hauptbahnhof am Montagmorgen, die Ausraste-Funktion wegen zu viel Versatel-Versagens in den letzten sechs Wochen und Scheißegal-was-die-Menschen-von-mir-denken-Einstellung.)

"Gute Frau, der war für Samstag, 8 bis 12 Uhr, angekündigt!! Jetzt ist MONTAG und 8.01 Uhr. !!??" "Ja, äh, ähem, also... Werktag! Am nächsten Werktag. Bis 15.30 Uhr am nächsten Werktag meldet der sich."
"Ja, und dann??"
"Dann wird entschieden, ob wir einen neuen Termin mit Ihnen vereinbaren müssen." "Waaaaaaaaaaaaas? OB wir einen neuen Termin vereinbaren? Ich glaub, es hackt! Natürlich müssen wir einen neuen Termin ausmachen!! Glauben Sie etwa, die ist jetzt plötzlich wieder heile, die Leitung, hä? Zauberhand oder was? Und wie wir einen neuen Termin ausmachen! Ich bin nämlich seit Anfang Oktober quasi ohne Telefon und Internet - können Sie sich ansatzweise vorstellen, was das in modernen Zeiten wie diesen bedeutet, mh?"

(usw. usf.)


Ich wusste schon, warum ich heute Morgen meine dicke Daunenjacke angezogen habe. Das war "form follows function" in Bestform. HB-Männchen-form follows Versatel-Hass-function.

01 November 2007

B

Berlin, Berlin, wir fahren nach Berlin! Ich bin dann mal Hauptstadt gucken... Und so.

30 Oktober 2007

Was man so Kerze nennt

Sehr gut, wenn man eine Bürokollegin hat, die nicht mal mit der Wimper zuckt, wenn man plötzlich ein Haribo-Lakritz senkrecht auf den Schreibtisch stellt (siehe Foto) und erklärt, das sei eine Kerze. (Sieht doch - mit ein bisschen Phantasie - aus wie eine Kerze?! Die weiße Kokosfüllung ist die Flamme...!)
Vorausgegangen war die Eilanfrage per Chat vom Bruder: "Hast du ein Teelicht zur Hand?". Einige Hundert Kilometer weiter südöstlich von hier machte bestand nämlich seine Freundin gerade ihre theoretische Führerscheinprüfung und bedurfte mentalen/gedanklichen/kerzlichen Beistands.

28 Oktober 2007

Meine Jungs

Dritter Abend innerhalb einer Woche, an dem ich auf zwei Fingern pfeifen können wollte. Weil die Jungs vom GV Waltrop bei Capone Düsseldorf so schön gespielt haben. Weil die Halle so schön hell zum Fotografieren ist. Weil Boris box-and-one-Verteidigung hat spielen lassen. Weil sie in der Halbzeit "Hamma" gespielt haben. Weil ein Auswärtsspiel zu besuchen besonders schön ist, wenn man "allein" vor Ort ist. Ätsch!

26 Oktober 2007

Du tropfst und ich hab dir schon 1000 Mal gesagt, dass das Laminat das nicht aushält

Das war jetzt schon der zweite Abend in Folge, an dem ich mir schwer gewünscht habe, laut auf den Fingern pfeifen zu können...
Bitte besuchen Sie Basta!

25 Oktober 2007

Wir sind der Meinung: Das war spitze!

Eigentlich sind die Konzerte die besten, bei denen man schon eine Antrittsvorlesung seiner Professorin hinter sich hat. Und dann mit Vollgas gen Dortmund fährt und auf den Parkplatz direkt vor den Westfalenhallen brettert (was man sonst nie tun würde, weil man ja ein paar Straßen weiter wohnt). Wo man dann gar nichts mehr bezahlen muss, weil der Parkwächter einen anguckt und sagt: "Die haben doch schon längst angefangen!"
Dann rennt man in die Halle, und der Fotograf einer der ortsansässigen Zeitungen, der seinen Job schon getan hat, sagt zu einem: "Langsam, langsam, die sind erst beim vierten Lied!" Und weil es die grandiose Westfalenhalle 2 ist, hat man hier auch keine Schwierigkeiten, nach vorn, wo die Freundin wartet, durchzukommen. Man hat ferner auch gerade richtig viel Platz um sich rum, um sich anständig bewegen, hüpfen und feiern zu können.

Und für die, die weiß warum, meine Lieblings-Zitier-Zeile: "Ich liebe mein Leben, so ist das eben, und zwar trotzdem, trotzdem, und nicht deswegen."

22 Oktober 2007

Wenn's Winter wird

Auf dem Sofa bin ich jetzt nicht mehr allein. Die Wärmeflasche leistet mir Gesellschaft.
Die Radio-Werbespots enthalten jetzt mit zunehmender Häufigkeit Vokabeln wie "Winterkompletträder".
Wenn ich ins Bett gehe, spiele ich jetzt öfter mal mit der Versuchung, in Jogginghose und Fleecejacke schlafen zu gehen. Nur aus Vernunftsgründen schlüpfe ich dann doch in Nachthemd/Schlafanzug.
Jetzt steigt auch die Gefahr, dass ich nachts mal irgendwann wegen eines durchgebrannnten elektrischen Fußwärmers, der mich im Winter gerne mal in den Schlaf wärmt, sehr heiße Füße bekomme.
Nicht mehr selten ist jetzt ebenfalls der Spruch: "Warum biss'n du so rot im Gesicht?", weil ich wieder mal das Gebläse im Auto die komplette Fahrstrecke von zu Hause ins Büro (= halbe bis Dreiviertel-Stunde) angelassen habe. Ist doch so schön mollig!
Aber: Niemals werden Scheiben gekratzt. Wir Großstädter, wir kratzen niemals Scheiben! Wir wohnen in Straßen mit hohen Gebäuden, die die Kälte abhalten. Jawohl!

20 Oktober 2007

Alles richtig

Und da sitz ich in der St.-Peter-Kirche in Waltrop und denke (mal wieder) so bei mir, dass dies einfach der allerbeste und -richtigste Job der Welt ist, auch wenn er - nein, nämlich gerade weil er - einen manchmal dazu zwingt, etwa ein Angelika-Milster-Konzert in einer kalten katholischen Kirche anzuhören. Weil man dann feststellt, dass ein Angelika-Milster-Konzert gar nicht das Schlechteste ist. Und dass sie wirklich gut singt. Und dass hektische Tage überhaupt eigentlich alle in einer kalten katholischen Kirche mit einer blonden Frau und ein paar klassischen, anspruchsvollen Melodien enden sollten.
Und genau in dem Augenblick sagt Angelika Milster zu meinem fotografierenden Kollegen: "Junger Mann, Sie sind einer der rücksichtsvollsten Fotografen, die mir in den letzten 40 Jahren begegnet sind." Und schiebt hinterher: "Man muss ja auch mal Komplimente machen, oder?"
Da grinsen wir beide über beide Backen und die Welt ist in Ordnung. Und er wünscht sich, seine Mama hätte das gehört und ich wünsche mir, dass das nie aufhört.

18 Oktober 2007

Countdown to Insanity oder: Einer geht noch

Dass ich heute wieder die altbekannten und mittlerweile schon fest in den Tagesablauf integrierten SMSse "Zwischenstand ihrer Störungsmeldung: Unsere Technik arbeitet an der Behebung der Störung. Ihr Versatel-Team" erhielt, hat mich noch nicht mal besonders gewundert.
Aber dann dieser Zettel in meinem Briefkasten...
Hilfe, Versatel! Ihr wollt mich jetzt doch nicht etwa stalkern?!

17 Oktober 2007

Countdown to Insanity oder: Der Leitungs-Leidensweg

Er ist beendet, der Countdown des Wahnsinns. Bitte alle mal herkommen, bitte kräftig in die Oberarme kneifen. Bitte mir mal den Mund zuhalten, dass ich nicht unablässig "das kann nicht wahr sein, das kann nicht wahr sein..." vor mich hinstammele. Bitte mal die 0231 - 2493XXX testanrufen.
Ja, danke, es geht der Patientin den Umständen entsprechend. Es könnte sich lohnen, mir einen Port zu legen. Zum Abzapfen der Glückshormone. Die derzeit bei mir anfallende Menge könnte nämlich die Depressiven-Abteilungen sämtlicher NRW-Psychiatrien auf einen Schlag heilen.
Aber zurück zum Beginn des Wahnsinns-Countdowns:

10. September 2007: Teilzeitmitbewohner erbarmt sich der fünf (5) (!) Telefonanlagen-Boxen in meinem Haushalt und hängt sie ordentlich an die Wand. Fassadenfirma baut kleines Gerüst an der Hinterwand des Hauses auf. Telefonleitung knackt und rauscht. Teilzeitmitbewohner wird kurzfristig verdächtigt, Auslöser zu sein. Anruf bei Versatel, Meldung des "Knackens und Rauschens". Dieses "Knacken und Rauschen" sollte ich im Laufe der nächsten Wochen noch bis zum Erbrechen hören.
11. September 2007: SMS der Versatel: "Zwischenstand Ihrer Störungsmeldung: Unsere Technik arbeitet an der Behebung der Störung. Ihr Versatel-Team." Diese Meldung sollte ich im Laufe der nächsten Wochen noch zweimal täglich und bis zum Reinschlagen auf meinem Handy-Display lesen.
12. September 2007: Versatel ruft an. Sie haben ein Hardware-Problem festgestellt und schicken eine neue VersatelBox. Teilzeitmitbewohner ist aus dem Schneider und frei von Schuld.
14. September 2007: Paketbenachrichtungskarte von Versatel.
16. September 2007: Paket von Nachbarn abgeholt.
17. September 2007: Im Paket enthaltene VersatelBox installiert. Große Freude: Ich sehe jetzt auch die Nummern der Anrufenden eingeblendet. Das war vorher nicht.
19. September 2007: Freude ebbt ab. Rauschen und Knacken wird doch wieder schlimmer. Draußen vor dem Haus baut die Fassaden-Firma ein noch größeres Gerüst auf.
25. September 2007: Treffe Nachbarn im Treppenhaus. Seine Telefonleitung ist auch kaputt gewesen. War wohl die Gerüstbaufirma. Aber ein Telekom-Mitarbeiter war da und hat die Leitung repariert. Provisorisch, mit Klingeldraht.
Ich will auch Klingeldraht.
26. September 2007: Ich kann jetzt die komplette Versatel-Gesprächs-Schleife auswendig. "Herzlich willkommen bei der Versatel. Zunächst ein Hinweis: Aus Gründen der Qualitätssicherung zeichnen wir stichprobenartig Gespräche auf. Sollten Sie damit nicht einverstanden sein, so sagen Sie es unserem Mitarbeiter direkt zu Beginn. Und jetzt zu Ihrem Anliegen. Möchten Sie mehr Informationen zu den neuen Mobilfunk-Angeboten der Versatel, drücken Sie die 1. Haben Sie Fragen zu Ihrer Rechnung, drücken Sie die 2. Möchten Sie eine Störung melden, wählen Sie die 3. Oder möchten Sie sich nach dem Stand einer Störungsmeldung erkundigen? Dann nehmen Sie die 4." Bedarf nach mehr? Gerne, ich kann auch die Melodie der "Bitte bleiben Sie in der Leitung. Der nächste freie Mitarbeiter ist sofort für Sie da!"-Schleife mal vorsingen!
1. Oktober 2007: Rauschen und Knacken vorbei. Leitung jetzt ganz tot. Zudem bricht Internet-Verbindung immer wieder ab. Seiten bauen sich jeweils erst nach durchschnittlich siebenmaligem Drücken des Neu-laden-Symbols/der F5-Taste/der Kombination Strg+R (man wird erfinderisch mit der Zeit) auf. Anruf bei Versatel. Sie kümmern sich.
2. Oktober 2007, mittags: Anruf von Versatel. Ob ich zu Hause sei. Sie wollten gern mal eine Schleife (?) in die Telefonleitung legen. Hallo? Ich habe eine Mehralsganztags-Stelle! Ich bin nicht eben mal so mittags zu Hause! Aber gut, ich fahre gerne heute Abend zeitiger als sonst nach Hause und werde ab halb sieben warten, dass sich die Versatel noch mal meldet.
2. Oktober 2007, 18.55 Uhr: Die Versatel ruft an und legt eine Schleife (BTW: was ist eigentlich in telekommunikationstechnischen Zusammenhängen eine Schleife?). Ergebnis: Es liegt an der so genannten letzten Meile. heißt: Die Telekom ist zuständig. Die müssen einen Techniker schicken. Innerhalb der nächsten 24 Stunden. Aber: Ist ja Feiertag. Also am Donnerstag. Zwischen 8 und 17 Uhr.
4. Oktober 2007, 12 Uhr: Noch kein Telekom-Mensch in Sicht. Ist ja auch noch Zeit.
4. Oktober 2007, 15 Uhr: Jetzt müsste aber langsam einer kommen?! Ist ja nicht mehr sooo viel Zeit.
4. Oktober 2007, 17 Uhr: Es ist immer noch keiner gekommen. Jetzt ist keine Zeit mehr!
4. Oktober 2007, 18 Uhr: Säuerlicher Anruf bei Versatel. Meldung, dass Telekom-Mann nicht gekommen ist. "Wir melden uns morgen, am Freitag, und vereinbaren einen Termin."
5. Oktober 2007: Sie melden sich. Wir vereinbaren einen Termin. Für Samstagmorgen geht jetzt nicht mehr. Zu spät. Also Montag, 8 bis 12 Uhr? Ja, bitte. Montag, 8 bis 12 Uhr. Chefin ist lieb und sagt, ich kann erst gegen Mittag an der Uni anfangen.
8. Oktober 2007: 8, 9, 10, 11, 12 Uhr verstreichen. Wut lodert mittlerweile lichterloh. Schnautz-Anruf bei Versatel. "Ich kann Ihren Ärger gut verstehen, aber ich kann nichts anderes tun als einen neuen Termin mit Ihnen zu vereinbaren. Rufen Sie bitte morgen an." AAAAAAARRRGGGGH! Du sollst meinen Ärger nicht VERSTEHEN, du sollst die Telefonleitung reparieren!
9. Oktober 2007: Wieder beruhigt. Noch mal Anruf bei Versatel. Dann eben noch einen neuen Termin machen. Was ist mit Samstag? "Samstags können wir leider keine Termine vereinbaren." "Aber Ihr Kollege hat vergangenen Freitag zu mir gesagt, es GEBE Samstagstermine." "Ich weiß nicht, warum der Kollege das gesagt hat. Ich kann jedenfalls keine Samstagstermine vereinbaren." "Welche Bedingungen müssen denn erfüllt sein, um einen Samstagstermin zu bekommen?" "Das kann ich Ihnen leider nicht sagen." Tob, trampel, schrei, explodier, brüll.
10. Oktober 2007: Versatel-Mensch ruft an, bietet einen Samstagstermin an. Verstehe die Welt nicht mehr, schöpfe aber neue Hoffnung.
13. Oktober 2007: Es ist Samstag. Es ist 8 bis 12 Uhr. Es ist KEIN Telekom-Mensch da.
13. Oktober 2007, 13 Uhr: Anruf bei Versatel. Ich erkundige mich, wohin ich meine Schadensersatzforderung schicken soll. Frage nach, was die Damen und Herren als nächsten Schritt zu unternehmen gedenken. Halte meinen Zorn, der mittlerweile in Hass umschlägt, nur mühsam in Zaum. Beruhige mich damit, dass die armen Callcenter-Mitarbeiter ja nichts dafür können. Ja, ich weiß, dass ihr meinen Ärger verstehen könnt. "Ich schreibe jetzt mal ins Protokoll: 'Kundin ist verärgert.'" "Schreiben Sie bitte 'Kundin ist äußerst verärgert' ins Protokoll!"
14. Oktober 2007: Gespräche mit Freunden und Familie drehen sich mittlerweile nur noch um kaputte Telefonleitungen und die Höhe von Frustrationstoleranzschwellen. Ich bekomme den Spitznamen "rohes Ei", weil ich krebsrot anlaufe und mit Schimpfwörtern um mich schmeiße, die noch niemand aus meinem Munde gehört hat, und weil meinen zum Töten bereit klingenden Tonfall auch noch keiner kennt.
15. Oktober 2007: Ich verwerfe den Ratschlag, die Verbraucherberatung hinzuzuziehen. Meine Kampfkraft und -lust lässt nach. Resignation schleicht sich an.
16. Oktober 2007: Ungefähr der 19. Versatel-Mitarbeiter nimmt Kontakt mit mir auf. Ich kenne sie mittlerweile alle. Die meisten von ihnen sächseln. Das macht es nicht besser, oh nein.
Immerhin: Ein neuer Termin. Mittwoch, 17. Oktober, 12 bis 17 Uhr.
17. Oktober 2007, 13.36 Uhr: Zeichen. Wunder. Rotstiftvorkram. Abendland geht doch nicht unter. Er lebt. Und noch besser: Er steht vor meiner Tür, der Telekom-Mann.
Ich beherrsche mich nur noch mit letzter Kraft, ihm nicht sofort einen Heiratsantrag zu machen oder wahlweise mein Sparbuch zu schenken.
Ein paar besorgte Blicke auf die maroden Telefonleitung dieses Hauses (tatsächlich war meine Leitung durchgefault!), ein paar Dreher mit dem Schrauberzieher, ein Testanruf, und dann hat er ein Ende, der Countdown bis zum Wahnsinn. Das Telefon tut wieder das, wozu es gedacht ist. Es klingelt, es wählt, es schaltet den Anrufbeantworter an. Es lebt. Ungläubigkeit weicht breitem Lächeln auf meinem Gesicht. Alles ist gut.
Dankbarkeit hat heute meinen Namen.

04 Oktober 2007

Rohe Gewalt

When you are completely sauer because the fucking Telekom-Mann who is supposed to fix the bröckeling Telefonleitung lets himself not blicken although he should be here in the morning and now it is 16 Uhr in the afternoon, so that you could not leave the house and buy a Zeitung and a Geburtstagsgeschenk for your Patenkind and the neue Revolverheld-CD and when then auch noch the Internet andauernd kicks you out of the DSL-Leitung and when außerdem the Postbote did not deliver the orange pullover you ordered by mail a few days ago, then it may help to shout out loud "Du Scheiß-Ding, jetzt geh endlich zu!" to the Schublade you just räumed auf and dabei once again stelltest fest that this Kommode in your Wohnzimmer that you bought about 18 years ago from the money you got for your Konfirmation should now endlich mal be replaced by something new.
Then nämlich goes immerhin the Schublade zu. The Telefonmann comes therefrom leider immer noch nicht and you will get noch a little more mad than you already are. That can unter Umständen to the complete Verlust of your Muttersprache führen.

03 Oktober 2007

90s

Sehr peinlich: Sich beim 90er-Jahre-Tag auf Einslive dabei ertappen, dass man "Wish you were here" von Rednex Wort für Wort mitsingen kann. Und "My heart will go on" von Celine Dion auch.

Tag der deutschen Reinheit

Wenn nach dem Putzen der Lappen so dreckig ist, dass man ihn wegschmeißen muss, dann hat man definitiv den Großreinemachtag zu lange hinaus gezögert. Ja, ist denn jetzt schon Frühjahr? Und überhaupt: Seit wann sind eigentlich diese braunen Flecken auf der Wohnzimmertür? Oder anders: Habe ich eigentlich überhaupt schon mal Wann habe ich eigentlich das letzte Mal die Wohnzimmertür abgewischt? Und warum liegt hinter der Lautsprecherbox eine Weihnachtsglitzer-Girlande, hä?
Und jetzt entschuldigt mich. Der Staubsaugerbeutel ist voll.

Nachtrag: Das Großreinemachen schloss auch das Auto ein. Micha, die hässlichen Kleberückstände auf dem Armaturenbrett, die schon letztes Jahr Ostern da waren, sind jetzt endlich weg... :-)

27 September 2007

Erreichbarkeit!

In Zeiten, in denen das Leben keine Bremse hat, ist es gut, wenn es wenigstens Kupplungsseile gibt, die einen mit dem kompletten Berater-Stab verbinden: Mit Spanien, genauer gesagt, der Alhambra in Granada, wo meine Freundin M. den Akku ihres Freundes leertelefonierte, um ihre Meinung zu sagen, mit Südfrankreich, wo Papa gerade mit einer Jugendgruppe rumspringt, zwischendurch aber immer den Blick auf dem Handy-Display für etwaige ankommende SMSse hat, mit der Bretagne, wo Mama und Ralf auf den Start der Jakobsmuschel-Saison warten und sich einmal mehr zur Einrichtung einer Telefonflatrate und eines WLAN-Routers beglückwünschen, mit Finnland, wo die beste aller Chefinnen am einsamen See zwar abgekoppelt von der Welt ist, aber trotzdem alle wichtigen Botschaften rüberkriegt (und zur Not auch mal das EU-Projekt rettet, indem sie Brüssel die Telefonleitungen heiß macht), aber natürlich auch einem auserlesenen Kreis von Kollegen, die zur Not auch mal ihr Spiegelei kalt werden lassen, zum RWE-Turm, von wo aus sich der Lieblingsbruder mal abseilt, um ein schwesternberuhigendes Mittagessensdate im Barock einzuschieben. Und last but wirklich not least: Nach Wuppertal, wo die Lieblingskollegin völlig zu Recht ihre Mails mit dem Betreff "Vorschlaghammer" versieht und dann beginnt mit "oder soll ich dich schleichendes Gift nennen?", dann aber trotzdem die nettesten und ermutigsten Worte überhaupt findet.

Allerdings: All dies war es wohl gerade nicht, was Miriam Meckel mit ihrem just erschienenen Buch "Das Glück der Unerreichbarkeit. Wege aus der Kommunikationsfalle" (Murmann Verlag, 2007, ISBN: 978-3-86774-002-9 - sehr empfehlenswert by the way!) meinte. Ihre Hauptthese darin: "Wir funken, simsen und mailen permanent über alle Zeitzonen und Regionen der Welt und über alle Takte des persönlichen Alltags hinweg." Sie empfiehlt eine Denkpause, denn: "Kommunikation braucht Qualität. Und Qualität braucht Zeit." Und: Die neuen Kommunikationstechnologien verleiten - bei allen Vorteilen - zu Abhängigkeiten. Deswegen: "Das Glück kann in der klugen Unerreichbarkeit liegen."

Ja. Hast ja Recht. Diesmal war es bei mir trotzdem eher "Das Glück der Erreichbarkeit"!

26 September 2007

O Tannenbaum, o Größtertannenbaumeuropas!

Gesehen heute, an einer Litfaßsäule auf dem Friedensplatz. In Analogie zu Printen, Lebkuchen, Spekulatius, die natürlich jetzt, nur jetzt, niemals sonst, wann sonst? am besten schmecken, wirken solche Plakate auch jetzt am besten - wenn nicht an Tagen, an denen man sich wie Bolle an der Spätsommersonne freut, die einen weiteren Ärmelloses-T-Shirt-trage-Tag beschert, wann dann?

25 September 2007

Heißer Herbst

Liebes Leben!
Gibt's bei dir eigentlich auch ne Bremse?

24 September 2007

Was dem einen sein Spekulatius, ist dem anderen sein Jingle Bells

Ich weiß, dass ich vor zwölf (12! So lange Pause war noch nie!) Tagen den letzten Blog-Eintrag geschrieben habe. Ich weiß aber auch, dass ab morgen fünf Tage frei sind - richtig frei. Seit Februar endlich mal wieder richtig frei!
Ich weiß auch, dass in heute genau drei Monaten Weihnachten ist. Und so sicher wie das Amen in der Kirche und der Abpfiff nach 90 Minuten entstehen in dieser Zeit Unterhaltungen, die "jedes Jahr früher" und "schmeckt aber auch frisch am besten" beinhalten und die Spekulatius und Domino-Steine in den Supermärkten zum Thema haben. Printen und Schoko-Adventskalender sind mir noch (NOCH!! NOCH!!!) egal, aber beim Neu-Bespielen meines iPods mit Musik fürs Laufen nachher konnte ich mich nur ganz, ganz schwer zurückhalten, nicht schon "Silent Night feat. Beyoncé Knowles" oder "Rudolf the Red-Nosed Reindeer" in der Version von Max Raabe und dem Palastorchester draufzupacken. Ähem.

Ich weiß außerdem, dass die SMS "Ganz schön Andrang bei dir ;-)" irgendwie mehr als wahr ist. Bitte Ruhe! Bitte nicht alles auf einmal!

Und ich weiß, dass Europa-Projekte, die im Rahmen der Key Activity 4 - Dissemination and exploitation of results - des Programms für Lebenslanges Lernen erst am 01.11.2007 beginnen. Und nicht am 01.10.2007. Ja nun. GAU und Katastrophe beschreiben diese Erkenntnis nur annähernd. Aber: Diese Chefin ist die Beste. Sie hat nicht nur die allertreffsicherste Menschenkenntnis (was sich z.B. in dem Falle äußerte, als eine Kollegin es nicht in die Mittagspause schaffte und deswegen ohne Essen über den Tag kommen zu müssen drohte. Weswegen meine Lieblingskollegin und ich uns sorgten, die Chefin aber nur knapp vermutete: "Sie hat was Süßes mit, oder?" - Zurück bei der hungernden Kollegin: "Hey, N., hätten wir dir was aus der Cafeteria mitbringen sollen?" "Nee, nee, kein Problem, ich hatte Bountys mit." Wo sie Recht hat, hat sie Recht, die Chefin...). Diese treffsichere, menschenkennende Chefin jedenfalls kann auch Notfall-Geldtöpfe für Katastrophen wie Europa-Projekte im Rahmen der Key Activity 4, die nicht... (s.o.) auftun. Und das Ganze dann auch noch mit der Bemerkung "Ach ja. Das Leben ist bunt." in den wohl schönsten Euphemismus des Monats kleiden.

12 September 2007

Willkommen


Nein, es ist sicher kein Zufall, dass diese Woche bei Lidl Kinder Bueno im Angebot ist. :-)

10 September 2007

Kryptik VIII

Noch ein Tag!! Dann ist sie wieder da - die weltallerbeste Katja, die coolste Bürokollegin ever, die für alle erdenklichen Lebenslagen gerüstete Freundin, die unersetzlichste Beraterin, die es gibt!

07 September 2007

Kryptik VII

Nur noch vier Tage. Dann weht ein Hauch von Fernost durch die BUW und unser Büro wird thailändisches Flair atmen...

06 September 2007

Parallelismus

Filmkritik über "Max Minsky und ich" in WDR 5: "Nelly Edelmeister ist 13, eine Leseratte und in der Schule ein As in allen Fächern – nur beim Sport hapert’s." Kenn' ich. Weiter mit einem O-Ton aus dem Film: "Also wie ihr vielleicht wisst, wird in den nächsten Wochen unsere Mädchenbasketballmannschaft neu aufgestellt. Wir brauchen zwei neue Spielerinnen ... Unser Team ist zu Schulwettkämpfen nach Luxemburg eingeladen worden..." Nach Luxemburg, soso. Da kenn ich noch wen, der da demnächst spielt.
Apropos spielen: Emil Reinke spielt den Max Minsky. Ja, genau, der Emil Reinke - a.k.a. Nils aus Türkisch für Anfänger. Mein Film!

05 September 2007

Kryptik VI

Noch sechs Tage. Und dann: Sekt auf EULE! Und Haribo-Tüten jenseits von Registrierkassen. Und montagsmorgens die long version der Wochenend-Vergnügungen. Und die einzig wahren und wichtigen Beurteilungen des merkwürdigen Verhaltens geschlechtsreifer Gatten-Kandidaten zur Paarungszeit. Und gemeinsame Augenverdreher wegen des noch merkwürdigeren Verhaltens von Vorgesetzten zu jeder Tag und Nachtzeit.

EULE lebt!

+++ Breaking News +++
!!Wir haben's geschafft! Das Projekt ist durch!!

04 September 2007

Kryptik V

Noch sieben Tage. Dann keine groschenromangleichen oder leeren Mails mehr. Dann sind zwar auch keine Kokosnussrunterfallversicherungen mehr nötig, dafür aber Helme beim Mofa-Fahren, aber dann guck ich auch nicht mehr nur vor die Wand.

03 September 2007

Die Jungs, die lustigen

Es sind die Arbeitssonntage, vor denen man nur drei Stunden geschlafen hat, die oft genug am lustigsten werden. Wenn die Jungs die Kreisliga A, B, Ost, West, Landes-, Bezirks- und Pappnasenliga reintelefonieren.

Fragt beispielsweise der Kollege P. seinen Fußball-Gesprächspartner am anderen Ende der Leitung: "Und, ärgern Sie sich, dass Sie nicht höher gewonnen haben?" [Blickt auf seine Ergebnisliste] "Äh, dass Sie nicht überhaupt gewonnen haben?"

"Hihi. Stockum II gegen Stockum III", liest der Kollege D. aus dem Tischtennis-Spielplan vor. "Das ist dann wohl mal das etwas andere Ortsderby!"

Kollege C. ruft wenig später in den Telefonhörer: "Nee, hier ist nicht dein Papa! Ich will den Papa sprechen!"

Wieder Kollege C., diesmal gegenüber einem anderen Fußball-Trainer: "Torschütze Öztürk, hab ich. Jaja, Ali Öztürk. Ach ja, ihr habt mehrere Öztürks."

Was nonverbale Kommunikation bedeutet, haben wir dann auch noch mal durchgespielt. Kommt eine Kollegin rein, die in ihrer Art - nun ja... irgendwie genau das Gegenteil von dem ist was ich bin. Grinse ich quer durchs Großraumbüro fett rüber zu Kollegin A., die ähnlich über die Reingekommene denkt und diese auch in diesem Moment erblickt. Dieses Grinsen beobachtet wiederum der direkt mir gegenüber sitzende Kollege D. und sagt zu mir: "Ach ja, wo wir grad beim Thema sind..."
Was mein Grinsen nur noch fetter machte. Blicke können noch immer nicht töten. Aber ein Thema abhandeln, das ist durchaus drin. Das können sie, die Blicke.

Kryptik IV

Noch acht Tage. Wozu gibt es auch sonst den Drucker-Switch? Wie soll ich sonst loswerden, woher meine Rückenschmerzen kommen?

02 September 2007

Kryptik III

Noch 9 Tage! Ich kann ja auch nicht ständig die Wirren und Erlebnisse und Umtriebe in 140 SMS-Zeichen packen. Ist kein Zustand.

31 August 2007

Kryptik II

Noch elf Tage. Gut! Weil: Gemeinsam ist man weniger allein.

Lasst T-Shirts sprechen

Rennen am Kemnader See. Das macht Spaß, das hält fit, das erholt. Und das ist der sportlichste Laufsteg der Welt.
T-Shirts sprechen Bände. Mindestens "Karstadt Marathon 2007 - Finisher" ist Pflicht.
Die, die's schlicht und doch eindeutig mögen, tragen die Aufschrift "42,195" auf dem Jersey.
Die Gemütlichen mit den Stöcken in den Händen haben lustige Letter auf dem orangefarbenen Oberteilchen: "Walkie Talkies" (Das T-Shirt ist Programm? Mehr walken oder mehr talken? Oder nur so schnell walken, wie man noch talken kann?)
Die Cosmopoliten erklären per Textil "New York City Marathon".
Auch schon gesichtet: Die Harten mit "Iron Man" quer über der Brust.
Sehr geil auch die Migrationshintergründigen: "Atatürk Lauf" (Veranstalter ist übrigens der Türkisch Deutsche Frauenverein des Generalkonsulats Essen. Noch Fragen?).
Ein bisschen aus der Reihe tanzt läuft der hier: "Wenn Tischtennis einfach wäre, würde es Fußball heißen."

Verdreht

Die Frau, die mich neulich schon durch die phantasievolle Sprichwort-Modifikation "Der Schiebi und ich, wir waren da längst schon über den grünen Jordan." begeistert hat, glänzt heute mit einer neuen Satz-Kreation: "Wei0t [sic!] du eigentlich, wie schwierig es ist, betrunken in die Tasten zu hausen?"
Oh ja. Das mit dem Hausen, das ist schon so ein Problem *grins*!

30 August 2007

Kryptik

Noch zwölf Tage!

Über Motivation

Heute Morgen im Radio. WDR 5, mein immerwährender Quell der Freude.
Es geht um ein Kölner Projekt, das Gemeinwesenarbeit betreibt und dabei speziell arbeitslose Jugendliche in den Job bringen will. Protagonist des Beitrags ist Mohammet, der jetzt bei einem Sanitär-Heizungs-Fachbetrieb eine Stelle bekommen hat und jetzt gefragt wird, was ihm denn an dem Job gefalle? Die relativ eindeutige und bestechend ehrliche Antwort: "Dass es so schnell vorbei ist."

(Anmerkung: Der aufgeweckte junge Mann hat das anschließend noch mal konkretisiert und beschrieben, dass der Job eben vor allem abwechslungsreich sei: "Wenn eine Baustelle fertig ist, kann man zur nächsten." Aber trotzdem: "Dass es so schnell vorbei ist", das finde ich mal einen krass-korrekten Antrieb, zur Arbeit zu gehen...)

Update

Nein, es gibt noch keine Nachricht aus Brüssel. Neuester Informationsstand: Am 24.08.2007 wurde entschieden, welche Projekte im Rahmen des Lifelong Learning Programmes gefördert werden. Welche das sind bzw. ob unseres dabei ist, wird aber erst gegen Ende dieser Woche oder Anfang nächster Woche veröffentlicht.
Geduld also.

23 August 2007

Zuverlässigkeit

Mein Auto ist zuverlässig. Und zwar zuverlässig in dem Sinne, dass es mir genau zu verstehen gibt, wenn ihm was fehlt, und zuverlässig in dem Sinne, dass es noch nie (*pochpochpoch*) in unpassenden Situationen in die Knie gegangen ist.
So auch gestern.
Noch auf dem Weg zur Uni denk ich "mmh, hört sich komisch an, der Motor" *drehdasradioleiser*... "hört sich wirklich komisch an..." Erstmal arbeiten gegangen und fahrlässigerweise, wie ich im Nachhinein sagen muss, auf die Selbstheilungskräfte des Automobils vertraut. Nach der Arbeit ins Auto, gestartet. "Oh. Das hört sich jetzt endgültig gar nicht mehr gut an." Sofort wieder rangefahren. Ausgestiegen. Profi-Kfz-Expertin die ich bin, erstmal die Motorhaube aufgeklappt. Da! Ha! Ein Riss an einem "Behälter"! Das ist der Übeltäter. Routiniert die ADAC-Pannenhilfe-Nummer aus dem Wahlwiederholungsspeicher Telefonbuch geholt, fachkundige und detaillierte Pannenbeschreibung abgegeben ("Da ist ein Riss. In einem Behälter. Oder so. Ich nehme an, das ist der Grund allen Übels." "Was für ein Behälter?" "Äh, ja, weiß nicht..." "Okay, wir schicken einen Monteur."). Kommt der gelbe Engel. Ich zeige ihm triumphierend die von mir diagnostizierte Ursache meiner Panne. "Da! Der Riss! In dem Behälter!" "Das ist kein Behälter. Das ist nur ein Hitzeschutzblech. Der Riss ist gar nicht schlimm." Äh. Ja. Gut. Doch nicht Profi-Kfz-Expertin...

Wir durchlaufen das übliche Prozedere - ADAC-Mitgliedskarte und Kfz-Schein rausrücken, Pannenprotokoll ausfüllen, Abschleppwagen rufen... Alles normal, alles roger. Schlepper erst in zwei Stunden, aber nun... "Tschüss!", ruft er mir noch zu. "Ich war vielleicht ein bisschen durcheinander heute, tut mir leid. Ich bin noch neu, und das hier war mein erster Einsatz!"
Wie nett! Da hat man doch fast gerne eine Panne, wenn solche erfreulichen Begegnungen dran hängen.
Und wenn man als Leihwagen einen Opel Zafira mit lenkradgesteuertem Radio, Sitzheizung und Tempomat bekommt.
Und wenn am nächsten Tag schon alles wieder heile ist und das Ganze nur 21,57 Euro kostet.

22 August 2007

Ich glaub, ich lauf im Wald

Neulich abends bei meiner Laufrunde. Trabe ich so durch die Bolmke und sehe eine Horde Männer auf mich zulaufen. Während ich noch mit mir selbst wette - sind das Basketballer? Handballer? Die Betriebssportgruppe der Dortmunder Stadtwerke? -, kommen die Kerle in den weißen Leibchen näher. Während ich noch denke: "Oh, schick, alle in weißen T-Shirts!", läuft der Erste an mir vorüber. Während ich überlege: "Mmh, sieht aus wie Thomas Doll", sind sie schon wieder vorbei. Und wenig später wird mir auch klar: Das ist Thomas Doll. Mit anderen Worten: Guten Abend, BVB.

21 August 2007

Pott pur

Heute in einem Kaffeetrinkgeschäft in der Dortmunder Innenstadt. Der Mann am Nebentisch geht an sein Handy. "Wischinsky*!" (*Name geändert, Klangbild beibehalten) Am anderen Ende der Funkleitung wird offenbar die einzig wahre, typische und meistgestellte Handygesprächsfrage gefragt - "Wo bist du?" "Im Stabbacks." (Rückfrage.) "Im Stabbacks!" "Ja, im Stabbacks. In Dortmund!"
Weiter ging es mit: "Koma? Aha. Echtes oder künstliches?"
So ist der Pott.
Nur nicht zu viel drumrum reden.

20 August 2007

Ich mag sie, diese IT-Menschen

"Boah, diese Kreienbaum-Abteilung! Die können nicht mal eine Minute irgendwo sitzen, ohne was zu tun!"
(Ausruf des IT-Mannes, der gerade vor der Neu-Installation meines PCs mein gesamtes akademisches Leben auf DVD brannte, angesichts der Tatsache, dass ich die 14 Minuten Brenndauer nutzte, um kurz bei spiegel.de, sueddeutsche.de und waz.de/vest vorbeizuschauen.)

16 August 2007

Mafia

Sehr cooler Typ, dieser Publizist Dagobert Lindlau, der sich heute Morgen im Morgenecho auf WDR5 zum Sechsfachmord in Duisburg und speziell zur Vorgehensweise der Mafiosi äußerte: "Inzwischen haben sie begriffen, dass abgesägte Schrotflinten sehr laut sind und die Polizei rebellisch machen."

(Und: Ein Hoch auf das Online-Angebot des WDR! Schon praktisch, das Interview a) noch mal als Podcast anhören und b) das Skript dazu einsehen zu können. Vor allem, wenn man die Sendung im Auto auf dem Weg zur Arbeit hört und nicht so einfach Notizen für einen späteren Blog-Post machen kann...)

13 August 2007

Ein guter Tag

Schlechte Laune gilt nicht, Kopf hoch - tanzen! und: "Lass dir niemals dein Lachen stehl'n." Sagt der Herbert. Und zwar sehr zu Recht.

Auch über Kleinigkeiten kann man sich nämlich freuen. Wenn beim täglichen Haribo-Einkauf an der Uni-Kiosk-Bude (ohne Registrierkasse, wohlgemerkt... Steuerhinterzieher, die!) (ein vergleichbarer Beutel findet sich auf dem Foto; wir kaufen allerdings wohlgemerkterweise immer nur 100-g-Beutel!!) bei mir genau so viele Bestandteile drin sind, die ich nicht so gerne mag, wie bei der Lieblingskollegin K., die sie nicht so gerne mag. Zwei Schaumhütchen plus eine Nur-Lakritz-Stange (mag ich) gegen drei Außen-Lakritz-und-innen-Kokosmasse (mag sie), so dass man tauschen kann und nachher genau quitt ist - was will man mehr.

Aber es konnte auch später nicht mehr viel passieren an einem Tag, an dem man zuerst über die Zeitungs-Kollegin A. a.k.a. "coole Sau" lachen musste, als sie, nachdem ich ihr einen kleinen Rechercheauftrag erteilt hatte, sagte: "Das muss ich dann mal subtil angehen."

Weiterlachen seit gestern musste ich beim Zurückerinnern an das Redaktiongeblödel, weil nichts lustiger ist als Pferdenamen. "Shutterfly" beispielsweise (nur original in der Meredith-Michaels-Beerbaum-Pronunciation [schaddddeflai] ), oder "Buddelei la Jolie" (wer bitte nennt sein Pferd so? Nach einem Zwölf-Stunden-Arbeitstag kann das niemand mehr aussprechen, ohne zu klingen wie mit mindestens zweieinhalb Promille Alllohol intus!) oder gerne auch "La Chica Bonita" (berechtiger Kommentar des Kollegen E.: "Hä? Heißt das nicht La Isla Bonita?"). Und überhaupt: "Udo, was sitzt'n du da so rum?" "Wieso? Da sitzt doch noch so einer." Ja, nun. Versuchen Sie bitte nicht, irgendeinen Sinn darin zu finden. Es gibt keinen. Und macht doch Spaß.

Zuletzt über mich selbst gelacht: Beim Laufen am Kanal aus irgendeinem unerfindlichen Grund darüber nachgedacht, wie noch mal die Freundin vom Kollegen T. heißt. "Irgendwas mit Peanuts war das", grübelte ich so vor mich hin. "Oder mit Erdnuss?" Als ich schon wieder zu Hause die Treppe hochstapfte, fiel's mir ein: Das Mädel wird Nats gerufen und heißt eigentlich Nathalie. - Nuss oder nicht Nuss, das ist hier die Frage. Lachgrinsfeix.

Anmerkung: Kann Spuren von Insider-Späßen enthalten. Bitte nicht ärgern. Nächstes Mal verstehen Sie wieder und andere nicht.

11 August 2007

Mehr Druck!

Da sitzt der hochfähige Matthias Schweighöfer in einer der besseren Talkshows und wird gefragt, warum er sich das mit seinen 26 Jahren eigentlich antut, nicht nur Schauspieler sein zu wollen, sondern auch noch selbst als Filmproduzent aktiv zu werden. Ob das nicht zu viel Druck sei. Antwortet er: "Lieber mehr Druck als gar keinen. Sonst könnte man sich ja auch einfach hinsetzen und inne Ecke kieken."
Wo er Recht hat, hat er Recht.

07 August 2007

I'm so lucky-lucky, I'm so lucky-lucky...*träller*

Das Hochlicht des heutigen Tages. Sieben Folgen lang haben wir darauf hingezittert. Gülcans Traumhochzeit (Foto: Prosieben). Heute. Travemünde. Hotel Columbia, das altehrwürdige.
Nach eindreiviertelstunden Vorgeplänkel geht es los und die Braut und 2000 Swarovski-Steine, 60 Stunden Arbeit und 8000 Euro entsteigen der vierspännigen Kutsche. Moderator Torgen Schneider: "Oh, ist das schön. Schön. Oh, wie ist das schön. Sind das schöne Bilder. Der Papa [gemeint ist Brautvater Kemal, d. Verf.] weiß gar nicht mehr, was er sagen soll." Nee, nee, das ist anders, Liebchen. Du weißt offensichtlich nicht, was du da sagst.

Später, der selbe Moderator: "Die Spannung steigt ins Unerlässliche."

Dann, in der Trauhalle, wird klar: Mutter Kamps ist im Rougetopf ausgerutscht. Und Gültschie hat vor der Hochzeit offensichtlich noch schnell einen Werbevertrag mit einem Dentallabor abgeschlossen. Gegenstand des Vertrags: 80 Prozent der Trauungszeit muss sie ihren Mund aufreißen und etwas produzieren, was so aussehen soll wie ein Lachen. Mit ihrem HNO-Arzt hat sie mit hoher Wahrscheinlichkeit auch einen Vertrag gemacht: Einmal Zäpfchen zeigen bringt 3000 Euro. Sie hat mindenstens 300 000 verdient. Allein während der Trauungszeremonie.

Noch ein bisschen später. Das Brautpaar küsst sich. Torgen: "Es ist passiert."
Sebastian hat jetzt Gülcans Lippenstift aufgetragen. Rosa. Lecker.
Der Standesbeamte (er hat schon über 1000 Ehen geschlossen), will die Hochzeitsurkunde unterschrieben haben und fragt daher: "Wer von Ihnen möchte beginnen? Frau Kamps?!" Gülcan guckt. Verdutzt. Überrascht. Erstaunt. Realisiert: 'Ach ja. Ich heiße jetzt gar nicht mehr Gülcan Karahanci. Ich heiße ja jetzt so wie Sebastian. Gülcan Kamps eben.' Und sagt: "Ha! Stimmt!" Moderator kommentiert: "Hach. Die Güllie!" Gut, dass er uns noch Folgendes erklärt: "Das ist übrigens Pflicht bei einer Hochzeit. Dass die Urkunde von beiden unterschrieben werden muss, damit sie gilt." Soso. Und weiter: "Gülcan hat sich noch nicht so ganz damit engagiert, dass sie jetzt Gülcan Kamps heißt." Torgen, das heißt arrangiert, aber macht nichts. Das kann der Bürgermeister von Erkenschwick auch nicht besser.

Zweitmoderator Steven Gätjen (draußen, an der wunderschönen Ostsee, wie er weder müde noch leid wird zu betonen) lässt uns wissen: "Ich schäme mich meiner Tränen nicht." Ich mich aber deiner.
Drinnen wird jetzt auch noch - Kitsch as Kitsch can - das Ave Maria gegeigt. Der Standesbeamte zitiert Roger Cicero: " Und das Geheimnis uns'res Glücks, sind keine Kniffel keine Tricks, man muss halt nur zu leben wissen mit Kompromissen", und hebt damit das Niveau der Veranstaltung direkt um 120 Prozent.
Auch Trauzeuge David trägt seinen Teil bei, als er in seiner Rede an das Brautpaar sagt: "Als Sebastian zu mir sagte, 'Ich habe meine Traumfrau gefunden', da hab ich gedacht: 'Klar Alter, sicher...!'" Und grinst fett.

Der Spaß endet mit Höhenfeuerwerk, Hochzeitstorte (Gülcan quiekt: "Supi, Schatz, genau so hab ich sie mir vorgestellt!") und diversen Festgästen, die debil in Prosiebens Kameras winken und Kusshände in Richtung ihrer Omas vor dem Fernseher schmeißen.

Öhem. Trotzdem hab einigermaßen gespannt und gebannt vor dem Fernseher gesessen. Hilft ja nichts. Wahrscheinlich trifft zu, was neulich in anderen Zusammenhängen (Insider-Stichwort: Pinky und Brain) schon mal geäußert wurde: "Ekel fasziniert."

Und ein kleiner Hammer zum Schluss: Birgit Klemm aus Marl (aus MARL!) gewinnt die 5000 Euro bei der Frage: "Welche Farbe hat das Brautkleid von Gülcan - Creme oder Camouflage?" - - - Ich hab ja n Weilchen überlegt...

Blogstress

Schon wieder sieben Tage her seit dem letzten Post. So kann das nicht weitergehen. Was soll mein Patenonkel meine Leserschaft denken. Also voilà - etwas Hochzeitscontent - siehe auch nebenstehendes Bild (v.o.n.u.: Maracuja, Himbeer, Käsesahne, Schoko).
Bevor es aber an die Tortenschlacht ging, waren erstmal andere Aktivitäten angesagt. Hochzeitspaarfotografieren vor Industriekulturkulisse etwa. Braut und Bräutigam vor Schiffen im Hafen, Braut und Bräutigam vor Hebewerk, Braut und Bräutigam im Grünen, Bräutigam und Braut mit hochgerafften Unterröcken die Hebewerkstreppen hochlaufend und so weiter. Mittagessen. Biergartensitzen. Mit näheren und weiteren Bekannten über Architektur-Professoren in Karlsruhe und Nachbarn, die auf Farbdruckern auf der Arbeit ausgedruckte Falschparkmahnzettel hinter Scheibenwischer klemmen, sowie über Auffassungen von Dresscodes bei Hochzeiten geredet (leider auch um das leidige und immer noch währende Thema "die WAZ ist doof - die hab ich abbestellt" nicht herumgekommen). Drei Reden gelauscht und endlich die Wahrheit darüber erfahren, was sich einst an der Griechen-Frischfood-Theke im toom in RE-Süd ereignet hat und welche Chancen man als Nutzer eines Internet-Katzen-Forums hat.
Aber dann.
Dann kam der Ernst des Hochzeitsfeierlebens.
Brautstraußwerfen.
Nicht ganz ohne Hintergedanken hatte ich meine Schlingen-Sandalen im Römische-Vestalinnen-Look angezogen, des spitzen Pfennigabsatzes wegen, den ich den Gegnerinnen im Kampf um das florale Kunstwerk in die Seite zu rammen gedachte. Und das ganze Fahrradfahren, Laufen, Schwimmen in diesem Sommer hatte in Wahrheit auch nicht die allgemeine körperliche Fitness und Kondition als Zweck, sondern sollte mich für die Herausforderung Brautstraußfangen stählen. Die sechs Ladies und ich, wir stellten uns also artig in einer Reihe auf, wobei manche Konkurrentin noch versuchte, sich zu zieren - auch das natürlich nur ein scheinheiliges Täuschungsmanöver, denn wer könnte ernsthaft die Gier nach dem Gatten-Glück versprechenden Blumengespinst verhehlen wollen? Zaghafte Versuche, uns noch zum Absingen der "Wir winden dir den Jungfernkranz"-Hymne zu zwingen, schlugen fehl, es sollte lieber endlich losgehen.
Es kam, wie es kommen musste. Wendige Windböen, falsche Flugkurve, schlechter Schwung, problematische Position, vor allem aber der weiche Boden im Biergarten hinderten mich, jetzt aber wirklich langsam dem großen Ziel entgegenzueilen (siehe Foto, Unterzeile: Die Braut, die Fängerin, ein kleiner und sechs große Ölgötzen).
Was soll ich sagen. Da hat die Wedding-Plannerin auf ganzer Linie versagt. Allerdings: Ich habe vom Brautpaar gelernt, dass das Internet beim Kennenlernen beste Dienste leisten kann. Wie wär's denn mal mit virtuellem Brautstraußwerfen? Da würde ich mir durchaus Chancen ausrechnen.