29 November 2008

Von Bären und Frauen

Sagt auf Einslive im "Plan B"-Talk der Schauspieler (und Ex-Elektriker, Ex-Fallschirmjäger, Ex-Clubbesitzer und Mitbegründer der Band "DAF/DOS" - bemerkenswerter Typ!) Wotan Wilke Möhring (in einem Gespräch über seinen letzten Urlaub in Kanada, der zu der Zeit stattfand, als die Bären aus dem Winterschlaf erwachten):
"Trotzdem isses einfach so: Ich hab' in der Gegenwart einer Frau, einer Dame immer das Gefühl - das ist einfach faktisch so - wenn etwas passiert, wenn einem etwas zustößt, musst du schon auch - nicht die Kohlen aus dem Feuer holen, aber gegen den Bären kämpfen."

Kampf der Kulturen

Die Nachbarin unter mir hört seit Tagen sehr laut Musik. Ich mag die neue Peter-Fox-CD ja auch. Aber so langsam nervt's.
Ich kontere deswegen heute Abend mit Florian Silbereisen, der mitsamt anmutigen Kinderchören, Patty Lindner und Stefanie Hertel das Adventsfest der Volksmusik feiert.
Ätsch.

28 November 2008

TfA

Lieblingszitat aus Türkisch für Anfänger heute: "Mit uns geht's abwärts, Alter. Sind voll erwachsen geworden!" (Costa zu Cem)

26 November 2008

Kleingärtnern aufs Maul gehört

Es sagte ein hiesiger Vereinsvertreter: "Ich pfunde immer ein bisschen mit unseren Projekten."

Ah! Und was wuchert dann noch? Nur noch Unkraut, nehme ich an?

23 November 2008

Erdbeerflash

8 Tartelettes Fraise
LU La Paille d'Or -flûtes aux fraises & groseilles
LU La Barquette Fraise
BN à la pulpe de fraise
Casino Mini-Goûters à la pulpe de fraise
Mini BN à la pulpe de fraise
Brossard Savane Fruits fraise
6x2 Biscuits à la pulpe de fraise
Casino Barquettes Fraise

Da war wohl jemand in Frankreich?! Beziehungsweise an den Gebäckregalen vom Géant?!

22 November 2008

...gibt es manche Leckerei...

Und in dem Moment, wo man das Foto vom Saisonstart der Weihnachtsbäckerei 2008 hochlädt, kommt eine Mail der besten Beraterfreundin, der man nicht dankbar genug sein kann für Sätze wie "Mein Telefon liegt auf meinem Nachttisch!". Darin steht: "Inspiriert von dir habe ich heute auch schonmal die erste Sorte Plätzchen gebacken. Lecker - und die Wohnung riecht jetzt so gut."

Nein, das ist kein Zufall.

Und: Voilà (Foto) - Orangenrauten (die lümmerligerweise Sternform angenommen haben). Sie teilen sich die Plätzchendosenkapazitäten zurzeit mit "Weihnachtlichen Gewürzplätzchen" (unter Verwendung von original indischem und selbst gemörsertem Cardamom) und mit Pfaffenhütchen.

Advent, kannst kommen - wie der Name schon sagt.

21 November 2008

Es sagte... Reiner Calmund

"Jeder, der was erreichen will, muss bekloppt sein."

Stimmt.

Lokalredaktion, wie sie leibt und spricht

Auf die Frage: "Wie war dein Tag, Schatz?" hätte ich gestern geantwortet:
"Schimmel geht immer, Sternsinger nicht."
Das war nämlich die Essenz des Tages in der Lokalredaktion in OE.

(Übersetzt aus Journaille-Latein ins Deutsche/Allgemeinverständliche: Die Geschichte über die Leute, die wegen Feuchtigkeitsschäden in ihrem Haus Rheuma, Schlafstörungen und Kopfschmerzen kriegen, können wir durchaus zum Aufmacher für die Seite eins machen. Die Sternsinger, die sich zum ersten Vorbereitungstreffen der Saison versammeln, sind dann doch eher ein nachrangiges Thema, was man auf die Seiten zwei oder drei packen könnte.)

17 November 2008

Er-Fahrbar

Der Franzose an sich ist ja eher unprätentiös, wenn es um das geht, was der Deutsche gern als "sein liebstes Kind" bezeichnet: das Auto.

So auch in der Renault-Werkstatt von Trébeurden. Mit leicht panischem Blick und diverse französische Wortbrocken stammelnd kreuzte ich da nämlich auf, weil der beste Mégane aller Zeiten ein wenig laut geworden war; "müssen demnächst mal die Radlager machen" hatte der Mechaniker zu Hause in Deutschland noch neulich gemurmelt.
"Das Auto macht laute Geräusche. Aber ich vermute, dass es nicht der Motor ist, sondern was an den Rädern... Und ich muss Dienstag wieder nach Deutschland zurück", ließ ich also den Mechaniker in Frankreich wissen - gefasst darauf, dass er mich alsbald spöttisch lachend und unter Verweis auf "Ersatzteile, die aus Paris bestellt werden müssen - sind nicht vor nächsten Mittwoch hier" aus der Werkstatt schmeißen würde.
"Ich fahr' mal n Stück", sagte der freundliche Mann stattdessen, fuhr eine 1,5-Minuten-Runde und sagte dann: "Oui, c'est le roulement!"
Ah so. Bitte Montag wiederkommen, dann werde er das reparieren. "Ja, aber, äh, ich brauche vielleicht ein Ersatz-Auto - was tun...?!" "Jajaja, keine Panik, ich sehe zu, dass du einen Ersatzwagen kriegst." "Und, äh, muss ich noch unterschreiben? Wie lange dauert das? Was muss ich zahlen? Kann ich sonst noch was tun?!"
Der Mann schüttelte nur schlicht den Kopf: "Lundi!" - Montag, ab neun Uhr.

Heute also, lundi, Montag, neun Uhr, komme ich in die Garage, gebe das voiture ab, schreibe meine Telefonnummer auf, und noch mal vorsichtig: "Est-ce qu'il y a une voiture pour moi?" "Oui, oui, le 205!" Sagt's und drückt mir schlicht den Schlüssel zu einem Peugeot 205, unservogelenkt, ein wenig abgenutzt, die Tankleuchte auf vollem Ausschlag, auch keine Erklärungen à la "Und hier ist der Blinker, dort füllen Sie das Wischwasser auf, der Rückwärtsgang geht hier rein und die Nebelschlussleuchte aktivieren Sie da, unterschreiben Sie bitte hier und hier noch mal für die Selbstbeteiligung im Falle eines Schadens und hinterlegen Sie bitte dort Ihre Kreditkarte...", sondern schlicht: Ein Auto!

Geht doch, oder?

11 November 2008

Alaaf!

De Höhner singen im WDR-Fernsehen zum Elften im Elften,und ich denke an all die Menschen, die mir viel wert sind in Köln.
Und überhaupt an alle Menschen, die viel wert sind. Und wie schön das ist, dass es davon viele gibt für mich.

02 November 2008

Meine Freundin, die Wasserpumpenzange

Blöd ist, wenn einen am Feier-Ausschlaf-Tag die seltsame Klack-Geräusche von sich gebende Heiztherme weckt macht. Dass das weniger als "minimalen" Druck angebende Manometer und die Klack-Quelle ist, macht aber sofort hellwach und setzt direkt kalten Angstschweiß (kalte Dusche! ausfallende Heizung bei Minus-Graden draußen!) und Aktionismus (wie war das noch mit dem Schlauch und dem Wasser auffüllen?) frei.
Richtig, jetzt nachdem ich den Nachbarn aus dem Bett geklingelt und ihn gefragt habe, erinnere ich mich: Schlauch an den Wasserhahn und ans Heizungsventil und dann Wasser marsch!
Dumm nur, wenn man die Wasserpumpenzange mit Brachialgewalt an das altersschwache Duschschlauchgewinde ansetzt. So kann man zwar den Schlauch anschrauben und den Heizungsdruck wieder auf Normalmaß bringen, darf sich dann aber mit der "Wasser in einen Bottich laufen lassen und dann nach und nach über Kopf und Körper kippen"-Methode "duschen".
Fast wie in Indien...

26 Oktober 2008

Schlafdefizit?

Selbst wenn man sich 1A imstande sieht, einen Sonntagsdienst zu schieben, im Schwimmbad 60 25-Meter-Bahnen ohne Wimpernzucken und Chlorschlucken zu ziehen und nachher noch eine Kaffee-Verabredung zu absolvieren, muss man wohl doch eingestehen, MÜDE zu sein, wenn man beim Aufs-Sofa-Setzen sich so dumm anstellt, dass man beinahe mit dem Kopf auf den (kniehohen) Couch-Tisch fällt.
Hihi!

18 Oktober 2008

Indien und kein Ende

Noch leicht benommen falle ich den Supermarkt um die Ecke ein - und muss direkt fast in Tränen ausbrechen, als ich am "Küche ferner Länder"-Regal vorbeikomme und eine Backmischung "Naan und Chapati" entdecke.
Gleichzeitig das Gefühl: Was ist das für eine verrückte deutsche Welt, in der man zeitgleich Erdbeeren und Mandarinen kaufen kann und so viele Schokoladensorten im Angebot sind, dass man an jedem Tag im Jahr eine andere ausprobieren könnte, und warum zur Hölle gibt es im Kühlregal Convenience-Food-Packungen, die eine vorgegarte Backkartoffel, eine Portion Kräuterquark und eine Plastikgabel beinhalten - können wir denn nix mehr selbst? Und warum kann man jetzt noch Schoko-Maikäfer kaufen?
Seltsame Supermarktwelt.

Nachwirkungen aus Indien

Eine meiner Lieblingsbemerkungen meiner Lieblingsreisefreundin (direkt nach "Hab' ich meinen Impfpass?") war übrigens diese hier: "Oh. Das kommt nicht von der Klimaanlage!" (als wir am Flughafen Frankfurt erstmals mit der deutschen, kalten Herbstluft konfrontiert werden)

17 Oktober 2008

Nach Indien

In Delhi war es drei- bis fünfmal so warm wie hier, aber dass die das sogar auf die Koffer-Tags drucken?! (Oder meinten die die Besitzerin? :-D)

Noch mehr Indien

Wer in Indien reist, baue Busfahrten gezielt in die Routenplanung ein.
Nirgendwo sonst kann man seinen Gedanken und den Eindrücken nachhängen, Geschehenes und Gesehenes sacken lassen und Erlebtes einsortieren wie bei dieser on-the-road-Gelegenheit.

Glücklich ist, wer die ganze Strecke von Start bis Endstation machen.
Zwischendurch in den Bus einsteigen zu müssen, hat nämlich den besonderen Pfiff. Im wahrsten Sinne.


Wer raus will, ruft den gewünschten Haltepunkt dem busbegleitenden Schaffner zu, der bläst in seine Trillerpfeife und der Busfahrer verlangsamt daraufhin die Fahrt.
Wohlgemerkt, er verlangsamt; es kommt jedoch nicht zum vollständigen Stillstand der Räder: Man springt dann halt raus...

Einsteigen funktioniert ähnlich: Wollen mehreren rein, wird's schnell drängelig und das Gepäck wird auch schon mal durchs Fenster vorgeworfen - und dann fix hinterher.

Stehen nur noch sechs, sieben Leute (inklusive Kleinkindern) in der Einsteigeschlange fährt der Bus an, der Schaffner trillert zur Eile, und es heißt: Klammere sich an den Bus, wer kann.


Als Letzter springt der Schaffner auf, der zuvor an der Haltestelle noch spontane Passagiere zur Mitfahrt animiert hat.

Und dann geht's halt los. Fenster auf, Staub und Abgas sind heute mal egal, und hinein ins Vergnügen.

Noch immer Indien

Wer nach Indien reist, gönne sich eine Fahrt mit dem Shatabdi-Express (hier sind die timetables). Ein Bahnreise-Erlebnis der besonderen Art! Und besser als die Lufthansa. Denn während es hier heißt "Wir servieren Ihnen einen Snack, sobald wir unsere endgültige Reiseflughöhe erreicht haben" (was auf dem Flug Frankfurt Frankfurt - Delhi angeblich nach zwei (!) Stunden der Fall war), wird im Shatabdi Delhi - Agra schon Tee serviert, wenn der Zug den Bahnhof noch nicht ganz verlassen hat: Tee im akuraten tea set (zwei Teebeutel, Zucker- und Trockenmilchpulverpäckchen), dazu für jeden eine Mini-Thermoskanne, ein Tässchen, zwei biscuits, zwei Bonbons. Die Freude darüber war schon groß genug (es war nämlich sechs Uhr, wir hatten natürlich noch nicht gefrühstückt), aber es kam noch besser: Alsbald wurde dies durch Toast, Butter, Marmelade und cutlets (so was wie vegetarische Frikadellen) ergänzt. Das gibt Schwung für den Tag!

Darüber hinaus kann man nirgendwo so gut indische Familien hautnah erleben wie im Zug. Mp3-Player sind hier noch relativ unüblich, die Handy-Lautsprecherfunktion dafür umso beliebter, woran dann selbstverständlich auch alle Umsitzenden partizipieren dürfen. Eine herrliche Sinfonie, zumal sie auch mitsingen und quasi ununterbrochen und ungeachtet der im Zug üblichen, bröckelnden Leitung telefonieren. O-Ton: "Ich krieg' Kopfschmerzen!"

16 Oktober 2008

Delhi on my mind

Ich bin zurück. Wohlbehalten, gesund und bis in die Haarspitzen voll mit Eindrücken und Erlebnissen.

Komisch, dass man hier in Deutschland den Müll trennt.

Seltsam auch, dass man gar nicht mehr so laut und gegen den Alltagslärm ansprechen muss, um sich verständlich zu machen.

Ungewohnt, dass die Tastatur jetyt nicht mehr das "z" an der Stell vom "y" hat und dass man Woerter sogar mit Umlauten schmuecken kann.

Lustig, dass man einen kleinen Hustenanfall kriegt, wenn man die Jeans aus dem Koffer beim Umkrempeln für die Waschmaschine ausschüttelt.

Ach, Indien...!

12 Oktober 2008

Quote of the day

"Du hast irgendwie gar keine Laster!" Sagte die beste Indienurlaubsfreundin ever.

Nun, ich wuesste da schon welche. Und die Menschen, die mich umgeben, haetten sicher auch ein Woertchen mitzureden. Aber: Danke. Sooo nett. Ich find auch - vice versa.

(Gemeint waren uebrigens unter anderem Laster wie "im Hellen nicht schlafen koennen". "Bei Taschenlampenlicht aufwachen, wenn wer anders in der Nacht noch lesen will und aehnlich gravierende Charakterschwaechen.)

Dazu passt auch unser blindes Verstaendnis. Ein Wortwechsel wie "Wir sollten morgen dann Dings." "Ja genau." ist nicht unueblich - und es ist klar, dass gemeint ist: "Wir sollten morgen auf dem Weg zum Fruehstueck im Asian Plaza noch Geld holen, denn unseres geht zur Neige und wir muessen ja spaeter fuer die Taxifahrt fluessig sein."

These shoes were made for running

Das war's dann wohl. Hier finden sie ihre letzte Ruhe, meine Laufschuhe. Obwohl: Koennen Laufschuhe ruhen? Dieses Equipment, das wie kaum ein anderes fuer Bewegung gedacht ist? Nein, meine Laufschuhe werden sicher alsbald wiedergeboren, und zwar eine hoehere Kaste - vielleicht haben sie dann einen integrierten Pulsmesser und Luftfederung und iPod-Steuerung.

Denn ihre letzte Strecke unternahmen sie heute in Nordindien, in den Auslaeufern des Himalaya, und ich finde, das ist sehr angemessen fuer Schuhe, die schon Frank Gehrys "Goldenen Fisch" in Barcelona gesehen haben, die schon ueber bretonische Offroad-Tracks gerannt sind, die einen halben Marathon an meinen Beinen verbrachten, hunderte Kanal-Kilometer mit mir zuruecklegten und die jeden Stein im Dortmunder Rombergpark kennen.
Lebt wohl, liebe Brooks.

(Ein bisschen Sentimentalitaet wegen eines Paares Schuhe wird ja wohl erlaubt sein *g*).